Russland bombardiert Ziele in Syrien Fluglinien fürchten sich vor russischen Raketen

Vom Kaspischen Meer aus schießt Russland auf Ziele in Syrien, dabei queren die Raketen eine wichtige Flugroute nach Europa. Berichten zufolge fürchten die Airlines die Waffen, mindestens ein Unternehmen hat bereits reagiert.
Von mm-newsdesk
Flugzeug von Air China: Erinnerungen an MH17

Flugzeug von Air China: Erinnerungen an MH17

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Eine der wichtigsten Flugrouten zwischen Europa und Asien führt über die Türkei, Iran und das Kaspische Meer. Dies ist zum Beispiel auf der Webseite Flightradar24.com  gut zu sehen. Doch seit Russland vom Kaspischen Meer aus Ziele in Syrien mit Raketen und Marschflugkörpern beschießt, sorgen sich laut Zeitungsberichten einige Fluglinien wegen möglicher Geschosse auf dieser Route.

Air France hat nach Informationen der "Welt"  deswegen spezielle Vorkehrungen für den Überflug Irans und des Kaspischen Meeres getroffen. Die eigene Sicherheitsdirektion habe dies empfohlen. Details nenne die Gesellschaft aus Sicherheitsgründen jedoch nicht.

Auch die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit (EASA) soll demnach die Airlines vor Raketen in dem Krisengebiet gewarnt haben: Sie müssten die Route kreuzen, wenngleich die Lenkwaffen - um nicht vom Radar erfasst zu werden - meist in deutlich niedrigeren Höhen flögen als die Passagiermaschinen.

Seit Ende September bombardiert Russland Ziele im Bürgerkriegsland Syrien, offiziell, um die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu bekämpfen. Bisher schlug ein Großteil der russischen Bomben aber im Westen des Landes ein - in Gebieten, in denen sich der IS gar nicht befindet. Kritiker vermuten, Russland wolle vielmehr die Armee von Baschar al-Assad gegen die syrischen Rebellen unterstützen.

Das "Wall Street Journal " ("WSJ") berichtet unter Berufung auf die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO gar von mehreren Fluggesellschaften, die sich bereits für alternative Routen entschieden hätten - und somit Umwege in Kauf nehmen. Und tatsächlich waren auf Flightradar24.com am Sonntagabend mehr Flugzeuge auf der Route über Saudi-Arabien und Ägypten zu sehen als auf der nördlichen Route über Iran.

Seit dem Abschuss von Flug MH17 im Juli 2014 über der Ukraine sind Luftfahrtbehörden laut "WSJ" besonders für Flüge über oder in der Nähe von Krisengebieten sensibilisiert.

Alexander Preker, SPIEGEL ONLINE
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.