Aus für 500-Euro-Schein Falschgeld in Deutschland - eine Übersicht

Der 500-Euro-Schein wird abgeschafft. Die Europäische Zentralbank beschloss am Mittwoch auf ihrer Ratssitzung, die wertmäßig größte Banknote in der Währungsgemeinschaft langsam aus dem Verkehr zu ziehen. Die Produktion der Banknote werde eingestellt, die Ausgabe um das Jahresende 2018 herum gestoppt, kündigte die Notenbank an. Der Fünfhunderter soll aber seinen Wert behalten. Er kann laut EZB bei den nationalen Notenbanken unbegrenzt eingetauscht werden.Mit der Abschaffung des 500-Euro-Scheins wollen die Währungshüter dafür sorgen, dass Terrorfinanzierung und Geldwäsche künftig besser bekämpft werden können.

Auch für Geldfälscher war der 500-Euro-Schein ein lohnendes Objekt. Doch Falschgeld ist in Deutschland ziemlich selten. 2015 hat das Bundeskriminalamt Euro-Falschnoten im Wert von 5,5 Millionen Euro angehalten. Zum Vergleich: Im Dezember 2015 war in Deutschland insgesamt Bargeld im Wert von über 1.000 Milliarden Euro im Umlauf.

Wie die Grafik zeigt, die Statista  für manager-magazin.de erstellt hat, war der 50-Euro-Schein Fälschers Liebling: Die Hälfte alle aufgegriffenen falschen Banknoten trug diesen Nennwert. Dies mag vor allem der Tatsache geschuldet sein, dass der Fünfziger der bei weitem häufigste Euroschein im Umlauf ist, gefolgt vom 20-Euro-Schein, der zumindest in Deutschland auch der am zweithäufigsten gefälschte ist.

Laut Bundeskriminalamt ist die Zahl der registrierten Falschgelddelikte im Jahr 2015 um 42 Prozent auf 86.500 Fälle gestiegen - seit 2011 habe sich diese Zahl damit mehr als verdoppelt. Die Schadenssumme lag damals allerdings mit 6,4 Millionen Euro sogar noch über dem aktuellen Wert.

Falschgeld werde mittlerweile vermehrt über illegale Handelsplattformen im Internet vertrieben. Im Darknet würden etwa "Napoli-Fälschungen", qualitativ hochwertige falsche Noten aus der Region um Neapel, aber auch "Herstellungsequipment wie Hologramme und Kopiervorlagen sowie Anleitungen zur Falschgeldherstellung" angeboten.

In seinem Bericht fordert das BKA die Deutschen trotz der vergleichsweise geringen Verbreitung von Falschgeld dazu auf, ihre Banknoten regelmäßig zu prüfen und dabei auf mehrere Sicherheitsmerkmale zu achten: Der Großteil falscher Euros würde nämlich von Banken, Geldtransport- und Handelsunternehmen sowie von der Bundesbank als Fälschungen erkannt - und nicht von Privatpersonen.

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