Fernduell um die richtige Anlagestrategie  Millionenwette - Fondsmacher Sauren will es Buffett zeigen

Altmeister und Kontrahent: Warren Buffett (l.) und Eckhard Sauren

Altmeister und Kontrahent: Warren Buffett (l.) und Eckhard Sauren

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Ernstgemeinte Herausforderung oder simpler PR-Gag, das ist in diesem Fall schwer zu beurteilen. Immerhin, es geht um eine Frage, die in der Geldanlagebranche immer wieder heiß diskutiert wird: aktives oder passives Fondsmanagement - welcher Ansatz ist auf lange Sicht erfolgreicher?

Um darauf eine Antwort zu finden, bietet Eckhard Sauren, Chef des gleichnamigen Dachfonds-Unternehmens, jetzt eine PR-trächtige Wette an: Sauren behauptet, dass ein von ihm gesteuerter Dachfonds in den kommenden zehn Jahren eine bessere Performance erzielen wird als ein vergleichbar ausgerichteter passiver Fonds. Der vorgeschlagene Wetteinsatz des Kölner Finanzunternehmers: Die beachtliche Summe von einer Million Euro.

Moment mal, wird manch einer nun sagen. Eine Wette aktiv gegen passiv, mit einem Millioneneinsatz, über eine Laufzeit von zehn Jahren, gab es das nicht schon mal? Tatsächlich sorgte vor einigen Jahren bereits der Multimilliardär und Starinvestor Warren Buffett für Schlagzeilen, als er eine solche Wette mit dem Chef eines amerikanischen Hedgefonds einging. Buffett gewann seinerzeit den Wettstreit, schon ein Jahr vor Ablauf der Frist musste sein Gegenüber seine Niederlage eingestehen.

Allerdings war der "Investment-Guru" und Chef des US-Beteiligungsunternehmens Berkshire Hathaway  bei seiner Herausforderung erfolgreich, weil er Partei für das passive Investment ergriffen hatte. Dachfonds-Lenker Sauren dagegen vertritt die aktive Seite, die bei Buffetts Wette deutlich unterlegen war. Der Investmentprofi aus dem Rheinland versucht sich insofern nun offenbar an einer kleinen Revanche gegen die Investmentlegende aus den USA.

Das passive Investieren erfreue sich immer größerer Beliebtheit, räumt dabei selbst Sauren in einer Pressemitteilung ein. Ein Grund dafür sei, dass ein Großteil der aktiven Fondsmanager nicht in der Lage sei, den jeweiligen Vergleichsindex zu übertreffen.

Sauren und sein Team jedoch seien überzeugt, dass sie ein direktes Duell für sich entscheiden könnten, so die Mitteilung weiter. Einer der Fonds des Hauses beispielsweise habe sich in den vergangenen Jahren nach Abzug von Kosten im Schnitt um 2 Prozent pro Jahr besser entwickelt als sein Vergleichsmaßstab.


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Tatsächlich spricht die bessere Performance oftmals für den Kauf eines passiv investierenden Fonds gegenüber einem aktiv gemanagten. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass die jeweiligen Fondsmanager etwa per se schlechte Arbeit leisten würden. Vielmehr verfügen passiv gemanagte Fonds in aller Regel auch über deutlich geringere Kostensätze, was ihnen im Performance-Vergleich einen Startvorteil verschafft.

Auch in dem Duell, das Fondschef Sauren plant, könnte der Kostenfaktor eine wichtige Rolle spielen. Denn die Gattung der Dachfonds, für die sich Sauren stark macht, ist nicht selten mit besonders hohen Kostensätzen belastet. Schließlich fallen Gebühren bei diesen Fonds-in-Fonds-Konstruktionen gleich auf zwei Ebenen an.

Für sein geplantes Duell will Sauren seinen Dachfonds Sauren Global Balanced ins Rennen schicken, ein breit streuendes Investmentvehikel, das weltweit sowohl in Aktienfonds als auch in Renten-, Misch- sowie Absolute-Return-Fonds investieren kann. Ein Gegner mit ähnlicher Ausrichtung ist bislang allerdings noch nicht gefunden.

Eines steht dagegen in jedem Fall schon fest: Sollte sich tatsächlich eine Fondsgesellschaft finden, die ein passiv gemanagtes Produkt in diesen Zweikampf schickt, so wird es am Ende einen lachenden Dritten geben. Denn die Million Euro, die auf dem Spiel stehen soll, soll laut Sauren einem wohltätigen Zweck zu Gute kommen.