Disput im EZB-Rat Widerstand von Weidmann

EZB-Chef Mario Draghi ist bei der angestrebten Ausweitung der Bilanz der Notenbank offenbar auf deutschen Widerstand im Rat der Europäischen Zentralbank getroffen.
Konservativer Notenbanker: Bundesbank-Präsident Weidmann

Konservativer Notenbanker: Bundesbank-Präsident Weidmann

Foto: REUTERS

Frankfurt am Main - Wie am Donnerstag aus Notenbankkreisen verlautete, haben Bundesbankchef Jens Weidmann und EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger eine Änderung des Textes abgelehnt, auf den sich der Rat auf der Zinssitzung verständigt hat. Darin heißt es, dass das Gremium eine Ausweitung der Bilanz auf das Niveau von Anfang 2012 anstrebt.

In einer früheren Formulierung war lediglich die Erwartung geäußert worden, dass die Bilanz entsprechend aufgebläht werden könne.

Um die EZB-Bilanz auf das Niveau von Anfang 2012 zu erweitern, müssten die Hüter des Euro rund eine Billion Euro ins Finanzsystem pumpen. Die meisten Beobachter rechnen nicht damit, dass diese Summe mit den bereits angelaufenen Maßnahmen wie dem Kauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen erreicht werden kann.

Damit wird es wahrscheinlicher, dass die EZB auch zum Ankauf von Staatsanleihen greifen wird - ein Mittel, das die Bundesbank aus rechtlichen Gründen ablehnt. Sie sieht darin die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt und dringt darauf, zunächst die beschlossenen Maßnahmen wirken zu lassen.

cr/rtr
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