Freitag, 6. Dezember 2019

Neuer Streamingdienst sorgt für Kursrally Disney schiebt Dow auf Rekordhoch, 10 Millionen Nutzer bei Disney+

Disneyland in Paris: Der Disney-Konzern greift Netflix an

Der Erfolg seines neuen Streamingdienstes "Disney+" lässt die Aktie des US-Medienriesen weiter steigen: Am Mittwoch kletterten die Aktien an der Wall Street um 5,8 Prozent auf 146,70 US-Dollar, womit sie wieder Kontakt zu ihrem bisherigen Rekordhoch aus dem Juli diesen Jahres aufnahmen. Die deutlichen Gewinne des Index-Schwergewichts Disney sorgten außerdem dafür, dass der US-Leitindex Dow Jones am Mittwoch zeitweise ein Rekordhoch markierte.

Wie der Disney-Konzern mitteilte, gibt es nach wenigen Tagen bereits 10 Millionen Abonnenten für den Dienst, der dem großen Widersacher Netflix Börsen-Chart zeigen Konkurrenz machen soll. Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen von dieser Zahl positiv überrascht. Bereits am Vortag hatte schon die Einführung von "Disney+" in den USA den Kurs gestützt und die Aktien zum größten Dow-Gewinner gemacht, nun brachte die erste Wasserstandsmeldung zu den Nutzerzahlen den Kurs so richtig in Gang. Seit Jahresbeginn ist der Kurs der Disney-Aktie bereits um rund 30 Prozent gestiegen.

Disney mit Kursrally, Verluste beim Streaming-Pionier Netflix

Mit Disney+ greift der Konzern die Streamingdienste Netflix Börsen-Chart zeigen und Amazon Prime an. Vor allem die Aktie von Netflix geriet wegen des Erfolgs von Disney+ unter Druck: Der Kurs des Streaming-Pioniers sackte an der Nasdaq-Börse um 2,7 Prozent auf 284,30 Dollar ab. Doch Disney+ ist mehr als nur ein weiterer Streamingdienst, wie die umfangreiche mm-Analyse zeigt.


Angriff auf Netflix und Amazon: Disney+ wird die aggressivste Traummaschine der Welt


Anleger störte auch nicht, dass der Entertainment-Gigant Walt Disney im vergangenen Quartal einen Gewinneinbruch erlitten hat. Hohe Sonderkosten und Ausgaben für den Ausbau des Streaming-Geschäfts drückten den Überschuss im fortgeführten Geschäft in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf 785 Millionen Dollar (710 Mio Euro). Dabei konnte Disney den Umsatz - auch dank zugekaufter Geschäftsteile des Rivalen 21st Century Fox - um 34 Prozent auf 19,1 Milliarden Dollar kräftig erhöhen.

Der Unterhaltungsriese lieferte im jüngsten Quartal Kassenschlager wie "Der König der Löwen" und "Toy Story 4", dadurch wurden das Ergebnis in der Filmsparte massiv gesteigert. Auch das Geschäft mit Vergnügungsparks lief gut, während der Kabelbereich mit dem unter Nutzerschwund leidenden Sportsender ESPN weniger Gewinn abwarf.

Disney hatte durch die Übernahme großer Teile des Fox-Konzerns zudem weiter hohe Integrationskosten zu verdauen. Vorstandschef Bob Iger zeigte sich dennoch zufrieden und sprach von "soliden Ergebnissen", die die Stärke von Disneys Geschäft reflektierten.

la/luk/dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung