Montag, 17. Juni 2019

Übersicht Die größten deutschen Anlageskandale

Die Bundesregierung hat ein "Kleinanlegerschutzgesetz" beschlossen, um Verbraucher besser vor riskanten oder unseriösen Kapitalangeboten zu schützen. Die jüngsten Anlageskandale in Deutschland haben Tausende Anleger um viel Geld gebracht.

Hamburg - Es ist noch nicht lange her, da jagte der Name Bernard Madoff Anlegern Schauer über den Rücken. Im Jahr 2009 wurde bekannt, dass der US-Amerikaner fast 5000 Investoren mit einer Art Schneeballsystem um insgesamt 65 Milliarden US-Dollar betrogen hatte. Auch mehrere gemeinnützige Stiftungen waren betroffen.

Madoff wurde im Juni 2009 von einem US-Gericht zu 150 Jahren Haft verurteilt, sein Betrug ging wegen der großen Zahl an Geschädigten in den USA und in Europa als einer der ersten internationalen Anlageskandale in die Geschichte ein.

Bei Skandalen in Deutschland geht es in der Regel um kleinere Summen als beim Madoff-Desaster. Die Geschädigten tröstet das allerdings kaum - denn auch bei den größten deutschen Anlageskandalen wurden Investoren empfindlich getroffen.

1. Prokon: 75.000 Investoren zittern um ihr Geld

Zerstörte Anlegervertrauen: Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus
Der Itzehoer Windanlagen-Finanzier Prokon meldete im Januar dieses Jahres Insolvenz an - zur Überraschung vieler Anleger. Um den Bau von Windkraftanlagen zu finanzieren, hatte Prokon Genussscheine an Investoren verkauft. Die Papiere sind eine Form der Beteiligung: Anleger stellen Unternehmen für eine bestimmte Zeit Kapital zur Verfügung und bekommen im Gegenzug eine regelmäßige Ausschüttung. Ist der Emittent pleite, verlieren Anleger unter Umständen ihren gesamten Einsatz.

Die Prokon-Genussscheine sollten bis zu acht Prozent Rendite pro Jahr bringen, entpuppten sich aber als windiges Geschäft. Das Unternehmen häufte Verluste an, zog den Argwohn von Verbraucherschützern auf sich und konnte seine Verbindlichkeiten letztlich nicht mehr bedienen. Anleger werden wohl einen Großteil ihres Geldes abschreiben müssen. Rund 75.000 Investoren hatten dem hohen Renditeversprechen geglaubt und Prokon insgesamt 1,4 Milliarden Euro anvertraut.

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