Samstag, 20. April 2019

Didi gegen Uber Die Milliardenschlacht der chinesischen Cousinen

In keinem anderen Land der Welt wird derzeit so brutal um die Vorherrschaft bei Mitfahrdiensten gekämpft wie in China. Es geht um einen Milliardenmarkt - Milliarden an Kunden und an Umsatz. Dieser Kampf ist auch ein Duell zweier junger chinesischer Frauen.

Jean Liu: Die Chefin des Mitfahrdienstes Didi Chuxing ist eine der mächtigsten Geschäftsfrauen in China. Ihre Cousine Liu Zhen (Uber China) ist zugleich ihre schärfste Rivalin

Es stehen sich gegenüber: Der chinesische Mitfahrdienst-Platzhirsch Didi Chuxing und der amerikanische Herausforderer Uber, dessen Gründer Travis Kalanick mehrmals im Jahr nach China reist, weil er diesen Markt zur Chefsache erklärt hat.

Wolfgang Hirn

Didi gegen Uber. Es ist mehr als nur ein gnadenloser Kampf um Marktanteile auf dem größten Markt der Welt. Es ist auch ein Duell zweier junger chinesischer Frauen.

Und - das macht das alles noch glamouröser- es ist ein familieninterner Zwist zwischen zwei Cousinen: Jean Liu versus Liu Zhen. Jean Liu ist Präsidentin von Didi Chuxing. Die Tochter ihres Onkel, Liu Zhen, ist die ranghöchste Uber-Vertreterin in China.

Jean Liu (37) ist die Tochter von Liu Chuanzhi. Er gründete Mitte der 80er Jahre den Computerhersteller Legend, der sich später in Lenovo Börsen-Chart zeigen umwidmete, die Hardware-Sparte von IBM aufkaufte und heute als einer der erfolgreichsten chinesischen Global Player gilt. Tochter Jean hat eine Bilderbuchkarriere hinter sich: Studium der Computerwissenschaften an der Peking University, Master in Harvard, dann 12 Jahre Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, seit 2015 Chefin von Didi Chuxing. Sie gilt als workaholic, war bei den Goldmännern stolz auf ihre 120-Stunden-Woche.

Jean Liu (Didi Chuxing) gegen Liu Zhen (Uber): Beide haben aufgerüstet

Die etwas jüngere Rivalin Liu Zhen studierte erst Jura an der Renmin Universitität in Beijing, dann an der University of California in Berkeley. Zehn Jahre arbeitete sie als Anwältin im Silicon Valley, beriet dort vor allen Internet-Startups, unter anderem auch Uber. Seit Frühjahr 2015 ist sie für Uber Direktor der China Strategy mit Sitz in Beijing. Einen China CEO hat Uber nicht.

Beide Cousinen haben in den vergangenen Monaten mächtig aufgerüstet und Milliarden eingesammelt. Zu Didis Geldgebern gehören unter anderen Chinas Internetgiganten Alibaba und Tencent, die Staatsfonds CIC (China) und Temasek (Singapur). Und kürzlich steuerte Apple eine Milliarde bei. Hinter Uber stecken chinesische Konzerne wie China Life, Citic Securities, Guangzhou Auto und der Touristikkonzern HNA. Auch ein Teil der Saudi-Milliarden, die Uber kürzlich erhielt, fließt ins China-Geschäft.

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