Mittwoch, 21. August 2019

Aufsichtsbehörde in Pennsylvania erteilt Zustimmung Fusion von T-Mobile US und Sprint nimmt wichtige Hürde

Der Milliarden-Hochzeit einen Schritt näher

Die Telekom-Tochter T-Mobile US hat eine erste und wichtige Hürde auf dem Weg zur Fusion mit dem Wettbewerber Sprint genommen. Die Aufsichtsbehörde des Bundesstaates Pennsylvania gibt grünes Licht für den Zusammenschluss. Am Ziel ist die Telekom damit aber noch nicht.

Einmal tief durchatmen bei der Deutschen Telekom und ihrer Mobilfunktochter T-Mobile in den USA: Die angestrebte Megafusion mit Sprint hat eine wichtige Hürde genommen. Die Aufsichtsbehörde des US-Bundesstaates Pennsylvania hat den Zusammenschluss am späten Donnerstag (Ortszeit) genehmigt. Gewonnen ist die Schlacht damit noch nicht. So steht noch die Freigabe durch das US-Justizministerium sowie die Bundesstaaten Kalifornien und Hawaii aus.

Das Justizministerium (DOJ) in Washington tendiert wohl dazu, den Kauf trotz der Zugeständnissen der beiden Konzerne abzulehnen. Die für die Kartellaufsicht zuständige Behörde halte die Angebote der Konzerne nicht für ausreichend, hatte zu Wochenbeginn die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Insider berichtet.

Kurz zuvor hatten die Anleger noch gejubelt, als der Leiter der US-Regulierungsbehörde FCC, Ajit Pai, erklärte, er werde seiner Behörde die Zustimmung zu dem Fusionsvorhaben empfehlen. Die beiden Parteien hätten signifikante Zugeständnisse gemacht. Sie böten neben Verkäufen auch den Aufbau eines 5G-Netzes sowie 5G-Dienstleistungen auch in ländlichen Gebieten an. Er glaube, die Transaktion sei im öffentlichen Interesse.

Es scheint fast so, als ob die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen in den USA zwischen die Fronten verschiedener Genehmigungsbehörden gerät und die Fusion zu einem Politikum werden könnte. Ein Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert.

T-Mobile US und Sprint stellen günstigere Tarife für die Kunden in Aussicht, Verbraucherschützer befürchten hingegen höhere Preise durch die steigende Marktmacht der dann gestärkten Nummer Drei auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Mit zusammen 130 Millionen Mobilfunkkunden wollen sie zu einem mächtigen Gegenspieler für die beiden Platzhirsche Verizon und AT&T werden und ganz nebenbei noch jährlich mehr als 6 Milliarden Dollar an Kosten sparen.

Sind Preis und Zugeständnisse für Sprint zu hoch?

Ob das Festhalten der Telekom an Sprint allerdings wirklich eine gute Idee ist, bezweifeln angesichts der hohen Zugeständnisse und des stolzen Preises von umgerechnet 27 Milliarden Euro (in eigenen Aktien) mittlerweile einige Branchenkenner. Die Verschuldung des Bonner Konzerns würde rasant und auf Jahre spürbar steigen, machen sie geltend. In den ersten Jahren sollen zudem über 40 Milliarden Dollar in das dann gemeinsame Mobilfunknetz investiert werden. Auch hatte Sprint für das letzte Quartal einen Milliardenverlust ausgewiesen und Marktanteile in den USA verloren.

Die Telekom sollte vor diesem Hintergrund besser die Finger von Sprint lassen und wie in der Vergangenheit auf die eigene Stärke in den USA setzen, raten die Skeptiker. In den USA wächst T-Mobile US angesichts einer aggressiven Strategie seit 18 Quartalen, baut seinen Marktanteile kontinuierlich aus.

mit Reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung