Mittwoch, 20. November 2019

Kaffee so günstig wie lange nicht  Warum der Kaffeepreis bald wieder steigen dürfte

Zwei Cappuccino, bitte: Kaffee ist zurzeit so günstig wie lange nicht - aber wie lange noch?
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Zwei Cappuccino, bitte: Kaffee ist zurzeit so günstig wie lange nicht - aber wie lange noch?

2. Teil: Die Kehrseite - Bauern in Mittelamerika leiden unter niedrigen Kaffeepreisen

Noch vor wenigen Monaten sagten Experten eine weitere Rekordernte für Brasilien voraus, so der Finanznachrichtendienst Bloomberg. Die Kaffee-Futures notierten daraufhin im Bereich ihrer 13-Jahres-Tiefststände. Doch das Wetter entwickelte sich offenbar anders als erwartet. Ungewöhnlich niedrige Temperaturen sowie geringere Niederschläge lassen einen Rückgang des Angebots erwarten, so Bloomberg. Die Preise seien daraufhin zuletzt bereits um 13 Prozent gestiegen.

Mit 70 Millionen Kaffee-Säcken wollte Brasilien Fachleuten zufolge sogar das starke Ernteergebnis des vergangenen Jahres in den Schatten stellen. Diese Aussicht hat sich aber inzwischen aufgelöst wie schlecht gemachter Milchschaum auf einem Cappuccino: Laut Bloomberg erwartet die staatliche Agentur Conab inzwischen für die kommende Ernte nur noch ein Ergebnis von 49 Millionen Säcken.

Die Bewertung dieser Entwicklung hängt allerdings wie immer vom Standpunkt ab. Der preisbewusste Konsument mag sich ärgern, wenn der Kaffee in nächster Zeit womöglich wieder teurer wird. Viele Kaffeebauern und Plantagenarbeiter insbesondere in Mittelamerika dagegen dürften aufatmen. Sie waren in den vergangenen Monaten durch den Preisverfall zum Teil in existenzielle Nöte geraten. Berichten zufolge leidet in Mittelamerika die gesamte Branche derart, dass einige Bauern aufgeben und zum Teil schon ihr Heil in der Flucht vorzugsweise in die Vereinigten Staaten suchen müssen.

In der Kaffeeindustrie jedenfalls dürfte sich kaum jemand darüber beschweren, wenn die Preise wieder steigen. Der Markt boomt und ist hart umkämpft. Selbst US-Getränkeriese Coca-Cola sieht offenbar Chancen und drängt ins Kaffeegeschäft.

Die Amerikaner kennen vermutlich Zahlen, über die auch die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet. Demnach beziffert das Marktforschungsunternehmen Euromonitor den Wert des Kaffeemarktes für das vergangene Jahr auf bis zu 200 Milliarden Dollar. Die Wachstumsrate im Kaffeegeschäft, so die "NZZ", werde von Analysten bis 2025 auf 5,5 Prozent taxiert.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Vor allem die Großen im Markt dürften von diesen Wachstumsraten profitieren. Platzhirsch im weltweiten Geschäft ist mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent nach wie vor der Schweizer Nahrungsmittelgigant Nestlé Börsen-Chart zeigen. Doch ein deutsches Unternehmen holt auf: Die JAB Holding machte in den vergangenen Jahren mit mehreren Kaffee-Deals auf sich aufmerksam und kommt laut "NZZ" bereits auf einen Weltmarktanteil von rund 12 Prozent. Damit ist JAB nach Nestlé weltweit bereits die klare Nummer zwei.

Dass sich mit Kaffee Geld verdienen lässt, wissen die Verantwortlichen des Unternehmens nur zu gut: Hinter JAB steht bekanntlich die deutsche Milliardärs-Familie Reimann - sie wurde gerade von manager magazin zur reichsten Sippe Deutschlands gekürt.

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