Sonntag, 15. September 2019

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5. Teil: Anleihen - Niedrigzinsen treiben ins Risiko

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Wo gibt es aktuell noch Rendite bei Anleihen erstklassiger Bonität? Jedenfalls nicht bei europäischen Staatsanleihen, zumindest nicht bei kurzen Laufzeiten.

Während Deutschland und Frankreich bei zweijährigen Staatsanleihen schon seit über einem Jahr nur noch negative Zinsen bieten und mittlerweile minus 0,5 Prozent bzw. minus 0,44 Prozent Rendite offerieren, wird der einst exklusive Club der Strafzinsenländer immer größer.

Mittlerweile sind die Zinsen auch in Italien, Spanien und sogar kleineren Staaten wie Slowenien ins Negative gerutscht. Für höhere (bzw. überhaupt eine) Rendite müssen Geldmarktmanager in Europa sich nun händeringend nach Alternativen umsehen.

Bei kurzlaufenden Anleihen ist dies nur im High-Yield-Bereich möglich, zum Beispiel bei Staatsanleihen risikoreicher Titel aus Griechenland oder Portugal, bei denen man eine Rückkehr zur Drachme oder zum Escudo nie ganz ausschließen kann.

Eine andere Möglichkeit sind Unternehmensanleihen. Dort gibt es bei Titeln höchster Bonität aber auch kaum noch Rendite, eine Siemens-Anleihe mit zwei Jahren Laufzeit ist beispielsweise auch schon in den Minuszinsbereich gefallen. Bei niedrigerer Bonität von Unternehmen aus dem Finanz- oder dem Versorgersektor gibt es allerdings durchaus noch Renditen zu holen - bei höherer Ausfallwahrscheinlichkeit.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, das Geld außerhalb Europas anzulegen. In den USA gibt es für zwei Jahre immerhin 1 Prozent "risikolosen" Zins und auch in vielen Schwellenländern existieren kurzfristige Zinsen von teils über 5 Prozent, zu beachten ist jedoch das Wechselkurs- bzw. Inflationsrisiko.

Zusammenfassend muss man konstatieren, dass Anleger Zinsen nur noch bei höherem Risiko erhalten können - sind da Dividendenrenditen erstklassiger Unternehmen nicht interessanter?

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