Trump verschreckt Börsianer Nordkorea-Krise lässt Dax taumeln, Gold steigt kräftig

Trump droht Nordkorea mit "Feuer, Wut und Macht": Neue Kriegsrhetorik im Nordkorea-Konflikt schlägt Anleger in die Flucht. Der Dax gerät unter Druck, und auch der Dow Jones gibt nach. Die Krisenwährung Gold legt zu.
Nordkorea: Bürger betrachten in Pyongyang den Raketentest. US-Präsident Trump reagierte auf den Test mit scharfen Worten

Nordkorea: Bürger betrachten in Pyongyang den Raketentest. US-Präsident Trump reagierte auf den Test mit scharfen Worten

Foto: KIM WON-JIN/ AFP

Anleger bringen Geld in Sicherheit: Die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea belastet am Mittwoch die Aktienmärkte weltweit. Der Dax  fiel bis zum Handelsschluss um 1,1 Prozent auf 12.154 Punkte zurück.

Am Vortag hatte der US-Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) seinen neuntägigen Rekordlauf gestoppt und knapp im Minus geschlossen. Sollte US-Präsident Donald Trump seine Kriegsrhetorik gegen Nordkorea fortsetzen, könnte es an der Wall Street in dieser Woche vermehrt Gewinnmitnahmen geben. Dies könnte nach Einschätzung von Börsianern auch den Dax unter die Marke von 12.000 Punkten drücken. Am Dienstag hatte der Dax  noch etwas zugelegt und knapp unter 12.300 Punkten geschlossen. Seit seinem Hoch Ende Juni hat der Dax inzwischen mehr als 6 Prozent nachgegeben, während der US-Index Dow Jones noch immer auf Rekordhoch notiert.

Kim droht mit Angriff auf Guam

Nordkoreas Militär hatte den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt. Zuvor hatten Berichte über große Fortschritte des kommunistischen Staats mit seinem Atom- und Raketenprogramm das Ausland aufgeschreckt. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin indirekt militärische Gewalt angedroht.

Asiens Börsen unter Druck, US-Börsen schwächer

An den asiatischen Börsen ging es am Mittwoch bereits kräftig abwärts. Auch die US-Futures gaben seit dem europäischen Handelsende nach.

Der Dow Jones  startete mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 22.042 Punkte in den Handel. Am Vortag hatte er im Handelsverlauf zwar auch am zehnten Handelstag in Folge einen Rekord erreicht, Anleger wurden dann aber vom Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea verunsichert. Der Technologieindex Nasdaq Composite  gab am Mittwoch im frühen Handel um 0,5 Prozent nach.

Walt Disney beendet Partnerschaft mit Netflix

Auf Unternehmensseite zieht zur Wochenmitte vor allem die Zwischenbilanz von Walt Disney  Disney die Blicke auf sich. Das vorbörsliche Minus von rund 5 Prozent wurde vor allem mit einer enttäuschenden Umsatzentwicklung im dritten Geschäftsquartal begründet. Groß war aber auch das Aufsehen wegen der Ankündigung von Walt Disney, dass der Medienkonzern mit einem eigenen Online-Videoservice im boomenden Streaming-Markt mitmischen will.

Netflix und Priceline unter Druck

Aus diesem Grund wurde die bisherige Partnerschaft mit dem Marktführer Netflix  für beendet erklärt. Dies ließ die Aktie des Streaminganbieters vorbörslich um fast 4 Prozent abrutschen. Auch die Aktie von Priceline  (Booking. com) gab nach enttäuschenden Geschäftszahlen kräftig nach.

Goldpreis legt zu

Nach der jüngsten Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt sind am Mittwoch an den Finanzmärkten vergleichsweise sichere Anlagen gefragt. Am Morgen legten die Kurse von deutschen Staatsanleihen zu. Außerdem profitierte der Goldpreis von der angespannten politischen Lage.

Die politische Entwicklung stützte den Goldpreis. Das Edelmetall gilt als "sicherer Hafen" in bewegten Zeiten. Am Morgen wurde die Feinunze (31,1 Gramm) bei 1265,85 US-Dollar gehandelt und damit fast fünf Dollar höher als am Vorabend.

Südkoreas Won gibt deutlich nach, Samsung schwächer

Starke Kursverluste gab es am Morgen beim südkoreanischen Won. Die Währung verlor im Handel mit dem Dollar etwa ein Prozent an Wert. Auslöser für die Talfahrt ist die jüngste Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt. Auch die Aktie des südkoreanischen Mischkonzerns Samsung  geriet kräftig unter Druck.

In China hoffen die Anleger nach schwächeren Verbraucherpreisdaten auf geldpolitische Maßnahmen der Notenbank, was die Kurse im Reich der Mitte im späten Handel aber nicht mehr stützen konnte.

Euro zum Dollar kaum verändert

Der Euro ist am Mittwoch nach einem kräftigen Kursrutsch vom Vortag wieder leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1761 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1814 Dollar festgesetzt.

Am Vortag hatte ein Rekordwert bei der Zahl offener Arbeitsstellen den Dollar beflügelt. Viele offene Stellen werden von Experten als Hinweis für einen steigenden Lohndruck gewertet, der eine stärkere Inflation erzeugt und der US-Notenbank Fed mehr Spielraum für Zinserhöhungen gewährt.

Eon und Munic Re mit Zahlen

Hierzulande geht derweil die Bilanzsaison weiter mit Geschäftszahlen des Rückversicherers Munich Re  und des Versorgers Eon , beide aus dem Dax  . Munich Re standen vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um eineinhalb Prozent tiefer verglichen mit dem Xetra-Schlusskurs, Eon dagegen um gut 1 Prozent höher.

Norma , Brenntag , Symrise und Leoni berichten aus dem MDax  , wobei die Papiere des Autozulieferers Norma und des Chemikalienhändlers Brenntag vorbörslich besonders kräftige Abgaben mit jeweils mehr als eineinhalb Prozent verzeichneten. Im TecDax gerieten Jenoptik-Aktien vorbörslich mit einem Minus von mehr als 5 Prozent stark unter Druck.

Mynd

Die Papiere des Autozulieferers und Reifenkonzerns Continental  gewannen im Vormittagshandel rund 1 Prozent, nachdem die Deutsche Bank sie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 200 auf 230 Euro angehoben hatte.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit 

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