Samstag, 20. Juli 2019

Börse US-Banken setzen Tesla unter Druck

Tesla Model 3: Die Markterwartung für das zweite Halbjahr ist laut Goldman Sachs viel zu hoch

Der Dax knackt zu Beginn der neuen Woche die Marke von 12.800 Zählern und erreicht ein neues Rekordhoch. Im Anschluss setzen jedoch Gewinnmitnahmen ein. An der Wall Street gerät Tesla unter Druck.

Anleger in den USA wagen sich wieder vor: Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete am Montag mit leichten Gewinnen, nachdem er in den vergangenen vier Handelstagen jeweils etwas nachgegeben hatte. Er bleibt damit auf Tuchfühlung zur Marke von 21.000 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq könnte sich indes die Rekordjagd der Vorwoche fortsetzen.

Stark gestiegene Ölpreise dürften zu Wochenbeginn die Aktien von Ölkonzernen auf Trab halten. Auslöser dafür waren Aussagen der Energieminister von Russland und Saudi-Arabien, die sich für eine Ausweitung der Fördermengenkürzungen stark machen. Davon profitierten Chevron und Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen, die jeweils rund 1 Prozent zulegten. Auch bei den Papieren von Branchendienstleistern wie Schlumberger oder Halliburton zeichnen sich deutliche Gewinne ab.

Symantec nach Cyber-Attacke gefragt

Nach der beispiellosen Hackerattacke, die am Wochenende weltweit Schlagzeilen machte, dürften außerdem die Aktien der Hersteller von Anti-Viren-Lösungen am Montag einen Blick wert sein. Symantec etwa rückten deutlich um mehr als 4 Prozent vor.

US-Banken setzen Tesla unter Druck: Goldman Sachs rät zum Verkauf

Nach der Rekordjagd der Aktie des Elektro-Autobauers Tesla Börsen-Chart zeigen sorgten Herabstufungen durch zahlreiche Analysehäuser nun dafür, dass die Aktie von Tesla im frühen Handel unter Druck geriet. Tesla-Papiere haben seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent zugelegt. Nun nehmen Anleger Gewinne mit.

Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen rät zum Verkauf von Tesla Börsen-Chart zeigen -Aktien und setzt das Kursziel bei 190 Dollar (aktuell 315 Dollar): Die Markteinführung des "Model 3" bleibt das wichtigste Ereignis für die Aktie des Elektroautobauers im Jahr 2017, schrieb Analyst David Tamberrino in einer Studie vom Montag. Die Bruttogewinnmargen dürfte sinken. Die durchschnittliche Markterwartung für das zweite Halbjahr erscheine hier viel zu hoch. Zudem dürfte der Verkauf des Model 3 zu Lasten des Absatzes des Model S gehen.

Auch die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley senkten den Daumen über Tesla. Es sei immer schwerer vorstellbar, dass Tesla Börsen-Chart zeigen der dominante Spieler im Markt für Elektroautos sei und dass das Unternehmen dabei auf lange Sicht eigenständig bleibe, erklärte Analyst Adam Jonas. Tesla werde künftig mit einem stärkeren Wettbewerb von IT-Unternehmen wie Apple oder vom Google-Konzern Alphabet rechnen müssen, weniger von Seiten der traditionellen Autobauer. Morgan Stanley geht davon aus, dass Tesla bis weit ins Jahr 2019 hinein Verluste schreiben wird.

Dax markiert neues Rekordhoch

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Montag erneut zugelegt und die Marke von 12.800 Punkten überwunden - Zeitweise notierte der Dax 0,4 Prozent im Plus bei 12.835 Punkten und damit auf einem neuen Rekordniveau. Anschließend setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein. Kurz vor Handelsschluss auf Xetra notierte der Dax, unterstützt von den Gewinnen an den US-Börsen, noch mit 0,2 Prozent im Plus bei 12.793 Zählern.

RWE nach Zahlen an Dax-Spitze

Anleger müssen erneut eine Flut von Firmenbilanzen verarbeiten: Unter anderem gab RWE Börsen-Chart zeigen einen Rückgang des operativen Gewinns um 6,5 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro bekannt. Insgesamt fielen die Zahlen von RWE besser aus als befürchtet - die Aktie gehörte mit einem Plus von mehr als 3 Prozent im frühen Handel zu den stärksten Werten im Dax Börsen-Chart zeigen.

Daneben richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf den Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von New York. Von ihm erhoffen sie sich Hinweise auf Tempo und Zeitpunkt der geplanten US-Zinserhöhungen.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte stieg am Morgen um 0,37 Prozent auf 25 039,72 Punkte und der TecDax rückte um 0,42 Prozent auf 2219,76 Zähler vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat hingegen mit plus 0,05 Prozent auf der Stelle.

Goldman Sachs stützt Infineon

Ein Plus von 1,63 Prozent verbuchten an zweiter Stelle im Dax die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen . Die US-Investmentbank Goldman Sachs empfiehlt das Papier des Chipherstellers wegen der positiven Unternehmensaussichten nun zum Kauf. Ex Dividende wurden dagegen unter anderem BASF und ProSiebenSat.1 gehandelt.

Gute Geschäfte mit Kupferschrott verhalfen Aurubis zu einem guten zweiten Unternehmensquartal, was den Papieren im MDax mit plus 2,05 Prozent den zweiten Platz nach K+S einbrachte.

Nach Kurssturz: K+S sucht Großaktionär

Die Anteile von K+S legten zugleich um 3,51 Prozent zu. Wie Unternehmenschef Burkhard Lohr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte, sucht der Düngerhersteller nach einem Großaktionär. Insbesondere kämen "langfristig denkende Investoren" infrage, die nicht aus der Branche stammten und auch keine Kunden von K+S seien. Ein Börsianer verwies zudem darauf, dass laut Lohr der Aktienkurs des Unternehmens aktuell den Wert des Salzgeschäftes nicht ausreichend widerspiegelt.

Für Rocket Internet Börsen-Chart zeigen ging es um 2,66 Prozent hoch. Die Rocket-Internet-Beteiligung Delivery Hero hat mit dem Medien- und Internetunternehmen Naspers einen weiteren Investor gefunden. Der südafrikanische Konzern steckte vor allem über die Ausgabe neuer Anteile 387 Millionen Euro in den Essenslieferdienst.

Nach Offerte von United Internet: Drillisch mit neuem Rekordkurs

Im TecDax ging es für die Drillisch-Papiere bis auf 56,17 Euro hoch, womit sie ein neues Rekordhoch markierten, bevor der Gewinn auf zuletzt plus 2,47 Prozent abbröckelte. United Internet Börsen-Chart zeigen gaben zugleich 1,43 Prozent ab. Am Freitag hatte der Telekomkonzern die Übernahme des Mobilfunkers Drillisch angekündigt. Nachbörslich legte das Unternehmen dann zudem seine Zahlen zum ersten Quartal vor.

Wall Street und Asien kaum verändert

An der Wall Street hatten sich die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen Jones beendete die Sitzung 0,1 Prozent tiefer, während der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen 0,1 Prozent gewann. Schwergewichte wie Amazon Börsen-Chart zeigen, Tesla Börsen-Chart zeigen und Alphabet Börsen-Chart zeigen legten weiter zu. Der S&P500 fiel um 0,1 Prozent.

In Tokio gab der Nikkei Börsen-Chart zeigen -Index am Montag um 0,2 Prozent auf 19.840 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,2 Prozent auf 3091 Punkte.

Euro bei 1,09 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Montag nach starken Kursgewinnen vom Freitag zunächst wenig verändert und sich deutlich über 1,09 US-Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0928 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend.

Im weiteren Tagesverlauf rechnen Marktbeobachter zunächst mit einem eher impulsarmen Handel am Devisenmarkt. Erst am Nachmittag könnte mit der Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten aus den USA wieder mehr Bewegung in den Kurs des Euro kommen. Auf dem Programm stehen unter anderem Stimmungsdaten aus der US-Industrie.

Ölpreise steigen: Saudi-Arabien und Russland weiten Förderkürzung aus

Die wichtigen Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland wollen eine seit Beginn des Jahres gültige Kürzung der Fördermenge zur Stabilisierung der Ölpreise zeitlich deutlich ausweiten. Beide Länder streben an, dass die ursprünglich auf sechs Monate bis Juni begrenzte Produktionskürzung bis Ende des ersten Quartals 2018 ausgedehnt werden soll. Das machten der saudische Ölminister Khalid Al-Falih und sein russischer Amtskollege Alexander Nowak am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Peking deutlich.

Nach den Äußerungen der Ölminister von Saudi-Arabien und Russland sind die Ölpreise am Montag gestiegen. Am Morgen kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 73 Cent oder 1,44 Prozent auf 51,56 US-Dollar. Ähnlich sah die Bewegung beim Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) aus. Dieser legte um 73 Cent oder 1,53 Prozent auf 48,58 Dollar zu.

United Internet schluckt Drillisch - beide Aktien haussieren

Ein Übernahmeangebot im Telekom-Sektor hatte zum Schluss der Vorwoche für Furore gesorgt. United Internet Börsen-Chart zeigen will den Rivalen Drillisch übernehmen. Drillisch-Aktien schossen im TecDax zeitweise um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 54 Euro nach oben. United Internet Börsen-Chart zeigen, dessen Titel ebenfalls um rund 10 Prozent stiegen, bietet 50 Euro je Drillisch-Aktie. "Endlich wagt United Internet bei Drillisch den großen Schritt", kommentierte ein Händler. Telefonica Deutschland waren ebenfalls gefragt, sie stiegen im TecDax um 4,7 Prozent.

Telekom Spitzenreiter im Dax - neue Gespräche mit Sprint über T-Mobile

Im Dax legte die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen um knapp 5 Prozent zu und profitierte ebenso von der Kauflaune im Sektor: Nach einem Bericht der Agentur Bloomberg hat der US-Mobilfunkkonzern Sprint Börsen-Chart zeigen erneut sein Interesse an einer Fusion mit der Telekom-Tochter T-Mobile US bekundet. Vertreter des Sprint-Großaktionärs Softbank Börsen-Chart zeigen und von Sprint selbst hätten erneut Kontakt mit der Deutschen Telekom aufgenommen.

Eine Übernahme von T-Mobile durch Sprint war vor Jahren am Widerspruch der US-Kartellbehörden gescheitert. Allerdings ist es recht unwahrscheinlich, dass die Telekom ihre US-Tochter, die für einen Großteil der Gewinne verantwortlich ist, überhaupt noch verkaufen will. Telekom-Chef Höttges setzt inzwischen stark auf das US-Geschäft und hat Milliarden in das Wachstum von T-Mobile US investiert.

Barclays -Experte Maurice Patrick sieht die Telekom zudem als möglichen Profiteur der bevorstehenden Milliardenübernahme von Drillisch durch United Internet . Damit winke weniger Wettbewerbsdruck im hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt, meint Patrick.

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