Börse Dax schließt im Minus

Die Jagd auf die 13.000 Punkte ist vertagt. Der Dax rutscht am Dienstag im späten Handel ins Minus. Dagegen steigt der Technologie-Index TecDax zeitweise auf das höchste Niveau seit 2001.
Katalonien, Spanien, Europa: In Barcelona demonstrierten am Wochenende Tausende gegen eine Abspaltung Kataloniens

Katalonien, Spanien, Europa: In Barcelona demonstrierten am Wochenende Tausende gegen eine Abspaltung Kataloniens

Foto: Nicolas Carvalho Ochoa/ dpa

Vor dem geplanten Auftritt des katalanischen Regierungschefs vor dem Regionalparlament in Barcelona am Abend haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Die 13.000-Punkte-Marke für den Dax  blieb daher auch am Dienstag vorerst weiter unerreicht. Zuletzt gab der Leitindex um 0,2 Prozent auf 12.949 Punkte nach.

Der Technologiewerte-Index TecDax  erreichte hingegen mit plus 0,4 Prozent auf 2510 Punkte einen neuen Höchststand seit Februar 2001. Der MDax  der mittelgroßen Werte zeigte sich zugleich prozentual unverändert bei 25 821 Punkten, während es für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50  leicht abwärts ging.

Zum Wochenstart hatte das deutsche Börsenbarometer zwar wieder einen Rekord aufgestellt und sich der 13 000-Punkte-Marke bis auf gut drei Zähler genähert, doch dann war der nötige Schwung ausgeblieben.

"Insgesamt fehlen neue Impulse, die für die notwendige Bewegungsdynamik sorgen", kommentierte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Die beginnende US-Quartalsberichtssaison könnte für neuen Schwung sorgen, doch "das Pendel könnte auch zur anderen Seite ausschlagen, sofern die Zahlen und vor allem der Ausblick der Unternehmen nicht überzeugen".

Katalonien macht Anleger nervös - Ibex in Madrid im Minus

Viele Investoren wollten Börsianern zufolge die Entwicklung in Katalonien abwarten. "Die Lage dort macht alle ziemlich nervös", sagte ein Händler. Nach Handelsschluss in Europa stand eine Rede des Chefs der katalonischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, vor dem Parlament an. Das Augenmerk der Anleger richtete sich darauf, ob das Parlament anschließend über die Unabhängigkeit der Region von Spanien abstimmen würde. Die Polizei verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen in Barcelona.

In Madrid ging die Börse wieder in die Knie. Der Leitindex verlor rund ein Prozent. Banken-Titel gaben im Schnitt knapp zwei Prozent nach. Spanische Anleihen flogen erneut aus den Depots, was die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Tageshoch von 1,70 Prozent von 1,68 Prozent am Montag trieb. Sollte es tatsächlich zur Ausrufung der Unabhängigkeit kommen, werde das die spanischen Anleihen weiter unter Druck setzen, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen voraus.

US-Banken melden Quartalszahlen

Zudem wollten sich die Anleger kurz vor Veröffentlichung der für Donnerstag erwarteten Quartalsbilanzen von US-Großbanken wie JP Morgan und Citigroup nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

LVMH an der Eurostoxx-Spitze

Im EuroStoxx standen die Papiere des französischen Louis-Vitton-Konzerns LVMH mit einem Plus von über zwei Prozent an der Spitze. Das Unternehmen hat seinen Quartalsumsatz unerwartet deutlich ausgebaut. Die Zahlen hätten Signalwirkung für die ganze Branche, sagte Analyst Mario Ortelli vom Brokerhaus Bernstein. Dior und die Puma-Mutter Kering legten je rund zwei Prozent zu und erklommen neue Rekordstände.

FMC leiden unter Trump-Plänen

Unter den Einzelwerten im Dax  büßten die Papiere des Dialyse-Dienstleisters FMC 2,38 Prozent ein und waren damit Schlusslicht. Belastend wirkten sich neue Spekulationen über Änderungen im US-Gesundheitswesen durch Präsident Donald Trump aus. Zudem verwiesen Börsianer auf den Kurseinbruch des US-Wettbewerbers DaVita von fast 10 Prozent. JPMorgan hatte DaVita angesichts der Rechtsstreitigkeiten zwischen Dialyse-Dienstleistern, Zahlungsträgern und dem American Kidney Fund auf "Underweight" abgestuft.

TecDax: Evotec legt wieder zu

Im TecDax  legten die Anteile des Biotech-Unternehmens Evotec  dank einer Meilensteinzahlung um gut zwei Prozent zu. Das Erreichen des ersten Meilensteins in der strategischen Allianz mit dem US-Pharmahersteller Celgene löst bei Evotec Umsatzerlöse in Höhe von fünf Millionen US-Dollar im dritten Quartal aus. Neben Evotec, das seit Wochen auf Kletterkurs ist, zog auch die Aktie des TecDax-Schwergewichts United Internet  wieder an.

Sorgen um General Electric

Abgänge mehrerer Top-Manager und Sorgen um die künftige Dividende von General Electric  drückten den Kurs des Schwergewichts im Dow Jones  Index um fast 4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die bisherige Leiterin der Sparte GE Transportation, Jamie Miller, wird neue Finanzchefin von GE. Sie löst Jeffrey Bornstein ab, der den Konzern nach 28 Jahren im Amt verlässt. Neben Bornstein scheiden zwei weitere langjährige Führungskräfte aus. Wie allgemein erwartet, berief General Electric zudem einen Vertreter des aktivistischen Investors Trian in den Verwaltungsrat.

Euro klettert über 1,18 US-Dollar

Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat am Dienstag zugelegt und notierte zuletzt über der Marke von 1,18 US-Dollar. Der amerikanische Dollar tendierte dagegen zu vielen Währungen schwächer. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1746 Dollar festgelegt.

Türkische Lira auf Rekordtief

Starke Kursverluste gab es hingegen bei der türkischen Lira. Ein Streit zwischen der Türkei und den USA sorgte dafür, dass ihr Wert im Handel mit dem Euro auf ein Rekordtief fiel. Zeitweise mussten für einen Euro 4,52 Lira gezahlt werden und damit so viel wie noch nie. Nach der Festnahme eines US-Konsulatsangestellten in der Türkei stellen die USA keine Einreisevisa mehr für Türken aus. Im Gegenzug setzte die Türkei die Visa-Erteilung für US-Bürger aus.

Gold kaum verändert

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89195 (0,89535) britische Pfund, 132,36 (132,23) japanische Yen und 1,1497 (1,1473) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1278,75 (1261,80) Dollar gefixt.

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