Montag, 20. Mai 2019

Börse Dax schließt klar im Plus

Dax-Kurve an der Börse in Frankfurt

Der Dax dreht nach der EZB-Sitzung in die Gewinnzone und steigt über die Marke von 11.900 Punkten. Die Papiere von Wirecard und von SAP verbuchen Kursgewinne und starten damit nach dem jüngsten Kursrutsch einen Erholungsversuch.

Erholung nach dem Rücksetzer: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat nach der Entscheidung der EZB, die Zinsen auf Rekordtief zu belassen und die Zinswende frühestens 2020 einzuläuten, seine Gewinne auf 0,5 Prozent ausgebaut und ist wieder über die Marke von 11.900 Zählern gestiegen. Zu Börsenschluss notierte der Dax bei 11.905,91 Punkten (+0.5 %).

Der Index der mittelgroßen Werte MDax Börsen-Chart zeigen stieg zur Wochenmitte um 0,04 Prozent auf 25 165,84 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe den europäischen Aktienkursen geholfen, indem sie die Zinsen auf ihrer Sitzung am Nachmittag wie erwartet unverändert gelassen habe, kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets UK. Niedrige Zinsen begünstigen tendenziell Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und SAP Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 1,7 und 2,5 Prozent.

Auch die US-Börsen legten leicht zu. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen kletterte im frühen Handel um 0,1 Prozent, während der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 0,4 Prozent wieder Kurs auf die Marke von 7600 Zählern nahm. Die Inflationsrate hatte in den USA im März angezogen. Die Verbraucherpreise seien um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten mit 1,8 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat waren die Verbraucherpreise wie erwartet um 0,4 Prozent gestiegen. Die Inflation nähert sich damit dem von der US-Notenbank angestrebten Ziel von zwei Prozent.

Die Zahlen setzten die Fed aber nicht unter Druck, die Leitzinsen nochmal zu erhöhen, kommentierten die Volkswirte der Helaba. Auch an den Finanzmärkten wird im laufenden Jahr keine Leitzinserhöhung mehr erwartet. Eine weniger straffe Geldpolitik macht Aktien als Anlage im Vergleich mit Anleihen attraktiver. Im Handelsverlauf steht noch das Sitzungsprotokoll der jüngsten Fed-Sitzung auf der Agenda.

Am Abend will die EU entscheiden, ob sie Großbritannien einen erneuten kurzfristigen Aufschub für den geplanten Austritt gewährt. Dabei wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs den Briten auf ihrem Sondergipfel mehr Zeit für einen geordneten EU-Ausstieg geben, wie aus einem Entwurf der Abschlusserklärung hervorgeht. Eine Bedingung für den Aufschub sei jedoch, dass Großbritannien an der Europawahl Ende Mai teilnehme, hieß es in dem Dokument, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Sollten die Briten dem nicht zustimmen, werde der Brexit automatisch am 1. Juni vollzogen. "Damit wäre ein harter Brexit zunächst vom Tisch", sagte Christian Schmidt von der Helaba.

Erste Impulse könnte die bevorstehende Berichtssaison mit den am Mittwoch erwarteten Ergebnissen von Delta Airlines Börsen-Chart zeigen bringen. Anlegern könnten diese erste Hinweise liefern, wie es für die Unternehmen im vergangenen Quartal lief. "Enttäuschungen sind nicht auszuschließen, so dass es nach den starken Kursgewinnen zu einer Verschnaufpause an den Aktienmärkten kommen könnte", schrieb Analyst Markus Glockenmeier von der National-Bank.


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Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten konjunkturabhängige Werte wie die Industriekonzerne Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen mit einem Kursplus von 1,5 und 0,9 Prozent. Der Internationale Währungsfonds schraubte zwar seine weltweite Wachstumsprognose für das laufende Jahr herunter, rechnet aber ab der zweiten Jahreshälfte wieder mit einer Belebung. "Unterstützt wird die Wirtschaftsentwicklung von den großen Notenbanken und ihrer lockeren Geldpolitik, den fiskalischen Impulsen in China sowie günstigeren Aussichten im Handelsstreit zwischen den USA und China", schrieben die Fachleute der LBBW.

Die Metro-Aktien Börsen-Chart zeigen gaben leicht nach. Der Handelsriese könnte Insidern zufolge beim geplanten Verkauf der Supermarktkette Real die Immobilien und das operative Geschäft getrennt abgeben. Dabei könnte das Unternehmen dem "Handelsblatt" zufolge noch Geld drauflegen: Der Kaufpreis liege zwar bei 99 Millionen Euro, Metro würde vor dem Verkauf aber 300 Millionen an Kapital einbringen.

Negative Vorgaben aus Asien und den USA

Trübere Konjunkturaussichten und die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der Europäischen Union haben die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten am Mittwoch getrübt. Der Internationale Währungsfonds senkte seine Vorhersage für die Weltwirtschaft 2019 auf 3,3 Prozent Wachstum. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen 0,5 Prozent schwächer bei 21.687 Punkten. Der Index der Börse Shanghai gab 0,4 Prozent nach.

Auch in den USA hatten die Konjunkturaussichten die Börsen belastet. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen , der Ende der vergangenen Woche noch fast bis auf 26.500 Zähler geklettert war, verlor 0,72 Prozent auf 26.150,58 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 sank am Dienstag um 0,61 Prozent auf 2878,20 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq Börsen-Chart zeigen ging es um 0,41 Prozent auf 7568,49 Zähler nach unten.

Euro weiter über 1,12 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch weiter über der Marke von 1,12 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1260 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1277 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte entscheidet die EZB über ihre Geldpolitik. Die Ergebnisse werden wegen der Frühjahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Tag früher verkündet als üblich. Wesentliche Neuerungen am geldpolitischen Kurs werden von der Notenbank nicht erwartet. Anfang März hatte die EZB wegen der schwächeren Konjunktur eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik beschlossen.

Stabil war am Mittwochmorgen das britische Pfund. In Brüssel findet ein Sondergipfel der Europäischen Union statt. Es geht um den Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Als wahrscheinlich gilt ein weiterer Aufschub des Brexit. Allerdings ist nicht klar, für wie lange der Austritt verschoben wird.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel leicht gestiegen. Neue Impulse blieben zunächst aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 70,70 US-Dollar. Das waren neun Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 19 Cent auf 64,17 Dollar.

Am Dienstag waren die Rohölpreise wegen hoher Angebotsrisiken zunächst auf fünfmonatige Höchststände gestiegen, im Tagesverlauf aber zurückgefallen. Ein Hauptgrund für die Preisaufschläge ist die Krise im ölreichen Libyen. Hinzu kommen Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Wirtschaftskrise im ebenfalls ölreichen Venezuela. Für ein grundsätzlich Knappes Angebot sorgt darüber hinaus das Ölkartell Opec.

mit Nachrichtenagenturen

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