Samstag, 20. Juli 2019

Börse Dow auf Rekordhoch, Dax im Plus

Anhörung vor dem Senat: Der designierte Fed-Chef Jerome Powell

Der Dax startet einen Erholungsversuch. Da der Euro nach seiner jüngsten Rally wieder unter 1,19 US-Dollar gefallen ist, wagen sich einige Käufer an der Börse wieder vor. Der Dow Jones markiert nach der Anhörung des designierten Fed-Chefs Jerome Powell ein Rekordhoch.

In Erwartung neuer Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank haben sich die Anleger an den europäischen Börsen am Dienstag bedeckt gehalten. Weder am Aktien- noch am Devisenmarkt wollten sie sich vor der Anhörung des designierten Fed-Chefs Jerome Powell vor dem zuständigen Bankenausschuss des US-Senats am Nachmittag allzu weit aus dem Fenster lehnen. Der Dax Börsen-Chart zeigen notierte am Nachmittag mit 13.059 Punkten 0,5 Prozent höher.

Der Euro notierte knapp unter 1,19 Dollar und damit mehr als einen halben US-Cent niedriger als am Montag.

Neue Rekorde an der Wall Street - Dow nimmt 24.000 Punkte in den Blick

Die Rekordjagd der Wall Street geht unterdessen weiter. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen l sprang erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 23 700 Zählern und nimmt nun langsam die Marke von 24.000 Punkten in den Blick.

Die Hoffnung auf umfangreiche Steuersenkungen sowie die stark laufende US-Wirtschaft sind derzeit die Triebfedern für die US-Börsen. An den Finanzmärkten wird daher fest mit einer Leitzinserhöhung im Dezember gerechnet.

"Die Rahmenbedingungen sprechen für eine Anhebung", sagte der nominierte Fed-Chef Jerome Powell während einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats an diesem Dienstag. "Es wird Zeit, die Leitzinsen zu normalisieren." Powell wurde von US-Präsident Donald Trump als neuer Chef der US-Notenbank vorgeschlagen. Der Senat muss der Nominierung noch zustimmen.

Die Stimmung ist nicht nur auf dem Börsenparkett bestens, sondern auch unter den US-Konsumenten. So hatte sich die Verbraucherstimmung im November überraschend aufgehellt. Der vom Conference Board erhobene Indikator stieg auf 129,5 Zähler und damit höher als von Volkswirten erwartet. Dies ist darüber hinaus der höchste Stand seit November 2000.

Banken gefragt

Angesichts der Aussicht auf weiter anziehende Leitzinsen stiegen am New Yorker Aktienmarkt die Papiere von Banken, die als Profiteure eines festeren Zinsumfelds gelten. JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen eroberten die Spitze im Dow-Jones-Index mit plus 2,44 Prozent. Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen Sachs gewannen 1,15 Prozent.

Schwächster Dow-Wert waren die Anteile von Apple mit minus 0,93 Prozent. Die Papiere des Sportartikelherstellers Nike sanken um 0,24 Prozent nach einer Abstufung durch die Bank HSBC.

Der S&P 500 stieg auf 2606 Zähler. Für ihn war es der dritte Tag in Folge mit einem Rekordhoch.

Yellen-Nachfolger Powell steht für Kontinuität

Ihr Hauptaugenmerk richten Anleger allerdings auf die Anhörung des designierten US-Notenbankchefs Jerome Powell. In einem vorab veröffentlichten Redetext bekannte er sich dazu, auf mögliche künftige Wirtschaftskrisen entschlossen zu reagieren. "Der Markt betrachtet Powell als Mister Kontinuität", sagte John Hardy, Chef-Anlagestratege der Saxo Bank. Sollten in der Frage- und Antwortrunde allerdings Äußerungen Powells als Hinweis auf eine straffere Geldpolitik gewertet werden, könnten die Kurse in Bewegung geraten.

Trump sieht Steuersenkungs-Gesetze "auf gutem Weg"

Im Fokus steht laut Analysten zudem die Debatte in den USA um die geplante Steuerreform. Laut Präsident Donald Trump ist die entsprechende Gesetzgebung auf gutem Wege. Über Twitter ließ er am Montag verlauten, er habe für seine Pläne große Unterstützung. Trotz der Mehrheit seiner Republikaner im Senat hängt das Vorhaben allerdings immer noch in der Luft. Im Haushaltsausschuss des Senats stand für Dienstag eine wichtige Abstimmung an. Trump wollte zudem bei einem Mittagessen seine Parteifreunde auf Kurs bringen.

Shell punktet mit Rückkehr zur Bar-Dividende

Im Dax Börsen-Chart zeigen führten die Aktien von ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen die Gewinnerliste an. Die Titel legten fast drei Prozent zu, nachdem sie seit Monatsbeginn rund zwölf Prozent verloren hatten. Vielleicht sei der Kurssturz nach der jüngsten Gewinnwarnung Anfang des Monats übertrieben gewesen, sagte ein Händler.

Top-Favorit im EuroStoxx50 waren die Aktien von Unilever Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von rund zwei Prozent. Der Hersteller von "Dove"-Seife und "Knorr"-Suppen signalisierte einen Strategieschwenk zu einer größern unternehmerischen Einheit. Bisland hat der niederländisch-britische Konzern sowohl in Rotterdam als auch in London eine Zentrale.

In London stiegen die Shell Börsen-Chart zeigen -Papiere um mehr als drei Prozent und damit in die "Footsie"-Spitzenggruppe. Die Aussicht auf eine Rückkehr zur Bar-Dividende kam bei den Anlegern gut an.

Außerhalb der Blue Chips stürzten sich die Anleger in der britischen Hauptstadt auf die Online-Supermarktkette Ocado: Deren Aktien hoben um mehr als 20 Prozent ab. Dank der Kooperation mit der französischen Casino-Supermarktkette könnte laut Analysten den Briten der Durchbruch im Internet-Handel mit Lebensmitteln gelungen sein. Casino-Titel stiegen in Paris um über zwei Prozent. Die im CAC40 gelisteten Papiere des Rivalen Carrefour gewannen ebenfalls mehr als zwei Prozent.

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