Börsenschluss SAP und HeidelbergCement verhageln Stimmung

Anleger haben die Geschäftsberichte von SAP und HeidelbergCement mit kräftigen Kursabschlägen quittiert. Bis zum Handelsschluss in Deutschland fiel der Dax mit dem Dow an der Wall Street quasi im Gleichschritt. Aktien von Linde haussierten dagegen.
Dax schwankt: Kurstafel an der Frankfurter Börse

Dax schwankt: Kurstafel an der Frankfurter Börse

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Eine deftige Gewinnwarnung des Dax-Konzerns HeidelbergCement  und eine enttäuschende Profitabilität des Schwergewichts SAP  haben am Donnerstag den Dax belastet. Der Leitindex fiel um 1,07 Prozent auf 11.589 Punkte. Die Verluste weiteten sich kurz vor der Schlussglocke noch aus. Für den MDax  ging es um 0,24 Prozent auf 24.354 Punkte weniger stark abwärts.

Am Vortag waren bereits die Prognosen der beiden Gesundheitskonzerne und Dax-Mitglieder Fresenius  und Fresenius Medical Care  weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Damit mehren sich schon zu Beginn der Saison der Quartalsberichte die enttäuschenden Ergebnisse und Ausblicke großer Konzerne. "Investoren reagierten auf die Unternehmensnachrichten negativ", merkte die Postbank an.

Daneben drückten die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der jüngsten Notenbank-Sitzung auf die Stimmung. Anleger werteten die dortigen Aussagen als Signal, dass die Fed schneller an der Zinsschraube drehen wird als gedacht.

Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50  fiel um ein knappes Prozent auf 3211 Punkte. Etwas weniger hoch waren die Verluste an den Börsen in Paris und London. Der Dow Jones  büßte zum Handelsschluss am deutschen Markt 1,3 Prozent ein.

SAP verlieren 6 Prozent, HeidelbergCement gar 9 Prozent

Aktien von SAP (Kurswerte anzeigen) fielen nach Quartalszahlen um fast 6 Prozent. Als Schwergewicht im Dax belasteten sie auch den Leitindex. Investoren und Analysten zeigten sich von den Margen des Softwarekonzerns enttäuscht. Zwar boomt das Geschäft mit Cloud-Angeboten, diese sind jedoch bislang nicht so rentabel wie das klassische Geschäft mit Software-Lizenzen.

HeidelbergCement  fanden sich nach einer Gewinnwarnung mit einem Kurseinbruch von fast 9 Prozent am Ende des Dax wieder. Hohe Energiekosten hatten dem Zementhersteller zuletzt schwer zu schaffen gemacht.

Größter Gewinner im Dax waren die Anteile von Linde  mit einem Plus von 2,85 Prozent. Nach Informationen des "manager magazin" haben der deutsche Industriegasehersteller und der US-Konzern Praxair von der US-Wettbewerbsbehörde wohl eine mündliche Zusage für ihre Fusion erhalten. Als es am Nachmittag aus gut informierten Kreisen hieß, Linde habe von der Behörde noch keine Entscheidung mitgeteilt bekommen, gaben die Aktien einen Teil der Gewinne wieder ab.


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Mit dem Kurs des Dialyseanbieters Fresenius Medical Care  (FMC) ging es um 2,82 Prozent abwärts und für die Aktien des Mutterkonzerns Fresenius  um 3,66 Prozent. Wegen der pessimistischeren Prognosen beider Unternehmen waren die Aktienkurse bereits am Mittwoch eingebrochen.

Höhere Ziele für das Gesamtjahr ließen im SDax  die Stammaktien von Sixt  um fast 13 Prozent nach oben schnellen. In den vergangenen Wochen hatte der Kurs des Leasing-Anbieters stark nachgegeben.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 140,49 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,44 Prozent auf 159,62 Punkte zu. Der Euro notierte mit 1,1506 US-Dollar kaum verändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1505 (Mittwoch: 1,1530) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8692 (0,8673) Euro gekostet.

mit dpa und Reuters
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