Nach Kursrutsch an der Börse Dax schließt fest im Plus

Nach dem Kurssturz in der Vorwoche fällt der Dax zeitweise auf ein Zweijahrestief, startet dann jedoch einen Erholungsversuch und schließt mit einer stärkeren Wall Street im Rücken im Plus. Händler wollen aber keine Entwarnung geben. Aktien von Volkswagen und Bayer konnten vorangegangene Verluste teils kompensieren. Lufthansa und Continental zählten am Montag zu den größten Verlierern.
Kurs-Anzeigetafel an der Frankfurter Börse

Kurs-Anzeigetafel an der Frankfurter Börse

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Verzögerter Wochenstart: Nach einer technischen Panne hat der Börsenhandel in Frankfurt am Montag erst über eine Stunde später begonnen. Nach dem Kurseinbruch der Vorwoche testete der deutsche Leitindex Dax  am Montag zeitweise den tiefsten Stand seit Januar 2017 bei 11.459 Punkten, bevor er zu einer Erholung ansetzte und die Marke von 11.500 Zählern wieder überwand. Gestützt auf die ins Plus gedreht Wall Street ging der Leitindex am Montag mit 11.614 Zählern aus dem Handel: ein Plus von 0,78 Prozent.

Nach dem Minus von rund 5 Prozent in der Vorwoche sollte man das Plus Börsianern zufolge aber nicht überbewerten, meinten Händler - zu groß seien nach wie vor die Baustellen. "Aufgrund der zahlreichen Risikofaktoren dürfte die Volatilität hoch bleiben", erklärte Milan Cutkovic, Analyst beim Handelshaus AxiTrader. "Schleppende Brexit-Verhandlungen, die Italien-Krise, der Handelskonflikt sowie Spannungen zwischen den USA und Saudi-Arabien halten die Investoren auf Trab."


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In der zweiten Börsenreihe konnte sich der MDax (Kurswerte anzeigen) der positiven Tendenz denn auch nicht anschließen: Für den Index der mittelgroßen Werte ging es um 0,51 Prozent auf 23.749 Punkte nach unten. Der technologielastige TecDax  schloss mit einem hauchdünnen Plus bei 2588 Punkten.

In den USA lagen zum Handelsschluss in Europa Dow Jones  und S&P 500 leicht im Plus, während der Nasdaq Composite  etwas nachgab. Viele Anleger sorgten sich dort um das Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien. US-Präsident Donald Trump schickte seinen Außenminister Mike Pompeo in das Königreich, um mit König Salman über den Fall des verschwundenen Journalisten Dschamal Chaschoggi zu sprechen. Der Regimekritiker ist seit einem Besuch im Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul verschwunden.

Im Fokus steht in New York in dieser Woche zudem die Berichtssaison. Bank of America  konnte vom Gewinnanstieg im dritten Quartal aber nicht profitieren. Die Aktien lagen am Abend rund zwei Prozent im Minus. Unter den Einzelwerten verbuchten am Montag die schwer angeschlagenen Ceconomy-Aktien  Kursgewinne von etwas mehr als 3 Prozent. Die nach der jüngsten Warnung laut gewordenen Forderungen nach einem Führungsaustausch wurden erhört: Bei der Mediamarkt-Saturn-Mutter sollen neue Konzernlenker die Wende schaffen - und unter Anlegern wieder mehr Vertrauen schüren.

Unterschiedlich ging es im Autosektor zu, wo die Titel des Zulieferers Continental (Kurswerte anzeigen) um 1,25 Prozent fielen, während die VW-Aktien an der Dax-Spitze um rund 3 Prozent anzogen. Die Experten von Barclays hatten am Montag in einer Studie mit Blick auf die anstehende Berichtssaison ihre Präferenz für die Hersteller gegenüber den Zulieferern geäußert.

Größter Dax-Verlierer waren die Papiere der Lufthansa (Kurswerte anzeigen) . Nachdem sie mit 18,14 Euro den tiefsten Stand seit August 2017 erreicht hatten, schlossen sie nur leicht davon erholt bei 18,58 Euro, was immer noch ein Abschlag von mehr als 3 Prozent war. Neben dem steigenden Ölpreis sahen Börsianer auch einen skeptischen Kommentar aus dem Hause Mainfirst als Belastung.

Gegen den Trend erholten sich Bayer (Kurswerte anzeigen) als zweitbester Dax-Wert um weitere 2,6 Prozent vom Kursrutsch wegen des Glyphosat-Urteils gegen die US-Tochter Monsanto, dem sie bis Mitte September ausgesetzt waren. Laut Börsianern halfen dabei nun ein positiver Bericht des US-Anlegermagazins "Barron's" und Spekulationen über mögliche Einsparungen im Pharmageschäft.

Die Aktien von Beiersdorf (Kurswerte anzeigen) wurden derweil kaum von einer vermeldeten Neubesetzung an der Vorstandsspitze bewegt. Am Ende lagen sie mit 0,3 Prozent Plus im Mittelfeld des Dax. Der stellvertretende Vorstandschef Stefan De Loecker soll im neuen Jahr seinen bisherigen Vorgesetzten Stefan Heidenreich beerben, wie der Konsumgüterhersteller mitteilte.

Im MDax setzten sich Osram (Kurswerte anzeigen) mit einem Anstieg um 4,8 Prozent ganz oben fest. Ohne echte kursbewegende Nachrichten war hier auf dem niedrigsten Niveau seit vier Jahren erst einmal Erholung angesagt. Im Gegensatz dazu standen die Aktien von MTU am Indexende mit 3,7 Prozent unter Druck. Seit sie Anfang Oktober bei fast 200 Euro auf ein Rekordhoch gestiegen waren ebbt die Welle an Gewinnmitnahmen nicht ab.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,36 Prozent am Freitag auf 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 140,39 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,03 Prozent auf 158,51 Punkte nach.

mit dpa und Reuters