Mittwoch, 20. November 2019

Kein Wohlstand ohne Schuldenabbau So wird die Welt die Schulden los

Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland
DPA / Bund der Steuerzahler
Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland

9. Teil: Was also wird kommen?

Schuldenabbau durch Entwertung über Nacht?

Die Tatsache, dass angesehene Ökonomen über die Optionen 6 und 7 offen nachdenken, unterstreicht die Dramatik der Situation. Nur mit außergewöhnlichen Maßnahmen wird es möglich sein, die Schuldenlast deutlich zu senken. Deshalb eine weitere, radikale Idee: die Notenbanken könnten einfach in einer koordinierten Aktion ihre Goldbestände drastisch aufwerten. Den Aufwertungsgewinn könnten sie so dann an die Staaten ausschütten zum Zwecke der Schuldentilgung. Wie genau dies ablaufen könnte, habe ich an dieser Stelle schon einmal skizziert. Klar ist, dass es eine erhebliche Inflation mit sich bringen würde.

Fazit:

· Machbarkeit: mittel bis hoch

· Politische Durchsetzbarkeit: mittel bis hoch

· Realisierungswahrscheinlichkeit: gering, da es eine Einigung auf globaler Ebene mit absoluter Vertraulichkeit voraussetzt.

· Verlierer: Hohes Risiko für Geldvermögensbesitzer da inflationär.

Was also wird kommen?

Offensichtlich sind die Optionen den Schuldenberg abzutragen begrenzt. Die potentiell schmerzfreien Optionen sind theoretisch denkbar, jedoch in der Praxis schwer zu realisieren. Sie setzen einen entsprechenden Willen und die Bereitschaft zu internationaler Kooperation voraus. Deshalb müssen wir uns auf die schmerzhafteren Szenarien einstellen. Jeder Verringerung von Schulden steht eine entsprechende Verringerung der Forderungen/Vermögen gegenüber. Bleibt abzuwarten, ob dies über Pleiten, Besteuerung oder Inflation erfolgt.

Sicher ist nur, dass ohne eine Lösung der Schuldenproblematik kein nachhaltiger Aufschwung in der Welt zu erwarten ist.

Daniel Stelter ist Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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