Samstag, 21. September 2019

Kein Wohlstand ohne Schuldenabbau So wird die Welt die Schulden los

Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland
DPA / Bund der Steuerzahler
Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland

6. Teil: Geordnete Schuldenrestrukturierung?

Aus der Unternehmenswelt kennen wir den geordneten Insolvenzprozess. Schuldner und Gläubiger setzen sich zusammen und vereinbaren eine Umschuldung verbunden mit einem Restrukturierungsprogramm. Auf unsere Situation angewendet würde dies bedeuten, dass beispielsweise die Euroländer einen gemeinsamen Weg finden den Privatsektor zu entschulden (was faktisch über eine deutliche Rekapitalisierung der Banken erfolgen würde) und diese Schulden gemeinsam mit den Staatsschulden oberhalb eines bestimmten Grenzwertes - zum Beispiel den in Maastricht definierten 60 Prozent vom BIP - in einen von allen Staaten gemeinsam zu bedienenden Schuldentilgungsfonds überführen.

Dieser könnte von der EZB über eine lange Frist finanziert werden um die Last auf mehrere Jahrzehnte zu verteilen und möglichst gering zu halten. Eine solche Lösung würde wie jede Schuldenrestrukturierung zu einem Vermögenstransfer von den Gläubigern zu den Schuldnern führen. Klartext: Deutschland würde einen erheblichen Teil der Schulden der anderen Länder übernehmen.

Fazit:

· Machbarkeit: hoch

· Politische Durchsetzbarkeit: mittel, da den Wählern in den Gläubigerländern schwer vermittelbar

· Realisierungswahrscheinlichkeit: nicht auszuschließen, vor allem wenn die Alternative ein Zerfall der Eurozone ist

· Verlierer: alle Steuerzahler der Gläubigerländer, vor allem Deutschlands

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