Freitag, 20. September 2019

Kein Wohlstand ohne Schuldenabbau So wird die Welt die Schulden los

Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland
DPA / Bund der Steuerzahler
Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland

4. Teil: Schuldenabbau durch höhere Inflationsraten?

Wenn es schon nicht gelingt, reales Wachstum zu erreichen, so sollte es doch möglich sein, das Nominalwachstum zu steigern, also die Inflationsraten zu erhöhen. Offensichtlich ist es aber nicht so einfach, wie die vergeblichen Versuche der Notenbanken in den letzten sieben Jahre zeigen. Trotz massiver geldpolitischer Maßnahmen ist die Inflation von dem angestrebten Niveau von 2 Prozent entfernt.

Selbst wenn die Inflationsrate in Deutschland in den kommenden Monaten über diesen Wert steigen sollte, ist das bei weitem nicht ausreichend um den erwünschten Schuldenabbau zu bewältigen. Zum einen ist es nur ein temporärer Effekt aufgrund des Vergleichszeitraums in dem der Ölpreis noch deutlich zurück ging, zum anderen liegt die Inflationsrate in den Ländern die dringend eine Entschuldung brauchen noch darunter.

Selbst wenn es gelänge, nachhaltig 2 Prozent Inflation zu erzielen, wäre das nicht genug. Erforderlich sind deutlich höhere Inflationsraten. Diese sind angesichts der weltweiten Überkapazitäten und des Schuldendrucks nicht in Sicht. Denkbar wären sie nur, wenn wir das Vertrauen in unser Geld verlieren. Ansatzweise ist das im Euroraum der Fall, wie die Flucht in Realwerte wie Immobilien unterstreicht. Träte dieser Fall ein, würde die Inflationsrate rasch steigen, wie auch die Zinsen. Hielten die Notenbanken trotz steigender Inflation die Zinsen tief, würde das die Flucht aus dem Geld und damit die Inflation noch weiter anheizen.

Fazit:

· Machbarkeit: mittel bis hoch

· Politische Durchsetzbarkeit: aus Sicht der Schuldnerländer hoch. Widerstand der Gläubigerländer zu erwarten

· Realisierungswahrscheinlichkeit: mittel bis hoch

· Verlierer: alle Geldvermögensbesitzer (Sichteinlagen, Anleihen, Lebensversicherungen)

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