Montag, 23. September 2019

Kein Wohlstand ohne Schuldenabbau So wird die Welt die Schulden los

Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland
DPA / Bund der Steuerzahler
Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland

3. Teil: Schuldenabbau durch mehr Wirtschaftswachstum?

Weit angenehmer ist da die Vorstellung aus den Schulden heraus zu wachsen. Bringt man die Wachstumsrate des BIP über die Wachstumsrate der Schulden, so sinkt über die Zeit die Verschuldung. Dies war die Strategie der Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg, als hohes Wachstum gepaart mit tiefen Zinsen zu einem deutlichen Schuldenabbau relativ zum BIP führten.

Dieser war auch aus Sicht der Gläubiger recht schmerzfrei, fand es doch in einem allgemein positiven Umfeld statt. Heute gelingt dieses Wunder jedoch nicht. Trotz historisch tiefer Zinsen sind diese nicht tief genug, um den Effekt zu erzielen. Bemühungen über die Einschränkung und potentielle Abschaffung des Bargeldes deutlich negative Zinsen durchzusetzen, haben hier ihren Ursprung. So sollen die Zinsen deutlich unter die geringen Wachstumsraten getrieben werden.

Die Gründe für das geringe Wachstum sind vielfältig: alternde Gesellschaften mit stagnierenden/schrumpfenden Erwerbsbevölkerungen, abnehmende Produktivitätssteigerungen, die unterbleibende Bereinigung der Fehlinvestitionen der letzten Jahre (Zombie-Banken und -Unternehmen bleiben am Leben) und die unproduktive Verwendung der Schulden für Spekulation und zum Kauf bereits vorhandener Assets. Die hohe Schuldenlast selbst wirkt Studien zu Folge ebenfalls negativ auf das Wachstum. Wenn kein Wunder bei der Produktivitätsentwicklung geschieht, bleibt die westliche Welt in einem Umfeld geringen Wachstums gefangen. Aus den Schulden herauswachsen wird so nicht gelingen.

Fazit:

· Machbarkeit: gering

· Politische Durchsetzbarkeit: hoch

· Realisierungswahrscheinlichkeit: gering

· Verlierer: Gläubiger verlieren moderat

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