Samstag, 21. September 2019

Kein Wohlstand ohne Schuldenabbau So wird die Welt die Schulden los

Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland
DPA / Bund der Steuerzahler
Die Schulden steigen nicht nur in Deutschland

2. Teil: Schuldenabbau durch Sparen?

Wenn ein Privathaushalt oder ein Unternehmen zu viele Schulden hat, wird zunächst versucht durch eine Senkung der Ausgaben und eine Steigerung der Einnahmen die Schuldenlast zu senken. Man spart mehr. So haben die spanischen Privathaushalte und Unternehmen seit Beginn der Krise ihre Schuldenlast reduziert. Allerdings hat im Gegenzug der spanische Staat deutlich mehr Schulden gemacht, um einen völligen Absturz der Wirtschaft zu verhindern. Die Gesamtschuldenlast des Landes liegt heute höher als 2008.

Wenn ein Land gesamthaft die Schuldenlast durch sparen senken möchte, muss es einen Überschuss im Außenhandel erwirtschaften. So hat zum Beispiel Schweden in den 1990er Jahren die Schuldenquote deutlich gesenkt. Innerhalb des Euroraumes setzt dies jedoch eine Wettbewerbsfähigkeit voraus, die erst durch eine sogenannte interne Abwertung erreicht werden kann. Interne Abwertung bedeutet in letzter Konsequenz sinkende Löhne und Einkommen, was wiederum die Fähigkeit Schulden zu bedienen verringert. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: je mehr die Schuldner versuchen zu sparen, desto schlechter läuft die Wirtschaft und desto geringer ist die Schuldentragfähigkeit. Schön zu beobachten in Griechenland und in gewissen Umfang auch in Italien.

Fazit:

· Machbarkeit: gering

· Politische Durchsetzbarkeit: gering

· Realisierungswahrscheinlichkeit: Null.

· Verlierer: breite Bevölkerung

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