Fondsmanager Dan Ivascyn Das ist Pimcos neuer "Bond-König"

Neuer starker Mann bei Pimco: Daniel Ivascyn

Neuer starker Mann bei Pimco: Daniel Ivascyn

Foto: REUTERS

Die Rendite stimmt, die Investorengelder fließen wieder und selbst der Aktienkurs des Mutterkonzerns Allianz profitiert davon - beim Vermögensverwalter Pimco in Kalifornien läuft es wieder rund, und das ist vor allem das Verdienst eines Mannes: Daniel Ivascyn.

Ivascyn gehörte 2014 zu jenen Leuten im Fondsmanagement von Pimco, die gegen den einstigen "Bond-König" Bill Gross opponierten. Nach dem geräuschvollen Abgang des Pimco-Mitgründers ersetzte Ivascyn diesen als Chief Investment Officer - und schaffte es offenbar erfolgreich, das Ruder herumzureißen.

Nach der Führungskrise und dem turbulenten Abgang von Bill Gross hatten auch die Investoren zunächst in Scharen das Weite gesucht. Das verwaltete Vermögen der Investmentgesellschaft schrumpfte seinerzeit um mehrere hundert Milliarden Dollar.

Doch dieser Trend hat inzwischen gedreht: Im ersten Halbjahr 2017 sammelte Pimco einem Bericht der "Financial Times" zufolge insgesamt beinahe 50 Milliarden Dollar an frischen Anlegergeldern ein.

Die Allianz-Tochter verzeichnete damit das größte Neugeschäft aller Gesellschaften im Bereich des aktiven Fondsmanagements. Insgesamt konnten mit Blackrock und Vanguard lediglich zwei Investmentfirmen noch mehr Gelder mobilisieren als Pimco - beide sind besonders stark im boomenden Geschäft mit passiven Investmentfonds (ETFs) vertreten.

Ziel der Investments, die Anleger Pimco zuletzt anvertrauten, war der "Financial Times" zufolge vor allem ein Fonds: Der Income Fund von Daniel Ivascyn. Wie die Zeitung mit Verweis auf Daten der Analysegesellschaft Morningstar schreibt, legte das Volumen dieses Investmentvehikels alleine in den USA im laufenden Jahr um 15 Milliarden Dollar zu, und zwar, während Pimco insgesamt in den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum Nettozuflüsse in Höhe von lediglich 12,6 Milliarden Dollar verzeichnete.

Hat Pimco ein neues Personenrisiko?

In Europa, so der Bericht, entfielen 2017 bislang 19 Milliarden Euro von insgesamt 27,7 Milliarden Euro, die Pimco an neuen Geldern einsammeln konnte, auf Ivascyns Income Fund.

Das große Interesse der Investoren kommt nicht von ungefähr: Ivascyns Fonds brachte es in den vergangenen zehn Jahren auf eine durchschnittliche jährliche Performance von 9,1 Prozent, so die "FT". Die Benchmark des Fonds legte im gleichen Zeitraum um lediglich 4,7 Prozent zu.

Die beinahe logische Folge: Mit einem Volumen von rund 130 Milliarden Dollar ist der Ivascyn-Fonds laut "Financial Times" seit einigen Monaten der größte aktiv gemanagte Rentenfonds der Welt.

Das sind Zahlen, auf die Pimco und deren neuer Starmanager Dan Ivascyn stolz sein dürften. Ivascyn ist schon seit 1998 bei dem Unternehmen in Newport Beach, nach vorherigen Stationen bei der Investmentbank Bear Stearns sowie den Fondshäusern T. Rowe Price und Fidelity

Doch manch einer merkt angesichts dieser jüngsten Erfolge bereits kritisch auf: Pimco litt einst unter der Dominanz des Star-Portfoliolenkers Bill Gross - entwickelt sich nun erneut ein solches Personenrisiko?

Pimco sehe sich mit "Konzentrations-Risiken" konfrontiert, zitiert die "FT" beispielsweise Chris Chancellor, Partner der Investment-Beratungsfirma Mackay Williams. Aufgrund der Erfahrung aus vergangenen Jahren sei sich das Unternehmen dessen aber sehr bewusst.

Auch Philip Kalus, Managing Partner bei der Beratungsfirma Accelerando Associates, hat Pimcos "bemerkenswerten Turnaround" beobachtet. Und auch er sagt, ein großer Teil davon gehe auf das Konto von Dan Ivascyn.

Ein zu großer Teil? Die Antwort darauf dürfte auch das Management des Allianz-Konzerns in München interessieren. Allianz-Chef Oliver Bäte konnte erst vor wenigen Tagen die Gewinnerwartung seines Hauses in die Höhe schrauben, was nicht zuletzt auch den Aktienkurs des Versicherungsriesen beflügelte. Grund dafür war unter anderem die erfreuliche Geschäftsentwicklung bei der Konzerntochter Pimco.

Zwar hat Pimco nach dem Abgang von Bill Gross die Führungsriege verbreitert und zudem Zweck auch einige neue Leute an Bord geholt. Sollte sich die Last, die auf den Schultern von Pimco-CIO Ivascyn ruht, jedoch dennoch als zu groß erweisen, würden dass also wohl auch die Aktionäre der Allianz in ihren Depots zu spüren bekommen.

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