Donnerstag, 5. Dezember 2019

Erst Geely, jetzt BAIC BAIC aus China prüft Erhöhung seines Daimler-Anteils

Mercedes-Benz GLB: Die Being Automotive Group (BAIC) prüft eine Erhöhung ihres Anteils. BAIC ist mit 5 Prozent der Anteile neben Geely (10 Prozent) der zweite chinesische Großaktionär bei den Stuttgartern

Der chinesische Daimler-Partner BAIC liebäugelt Insidern zufolge mit einer Anhebung seiner Beteiligung am Stuttgarter Autobauer. Vertreter des BAIC-Tochterunternehmens BAIC Motor Corp Ltd hätten bei Investoren-Konferenzen Mitte Oktober auf die Frage nach der künftigen Beziehung zwischen BAIC und Daimler gesagt, beide Seiten seien bereit, ihren Anteil an der jeweils anderen Seite auszubauen, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen bauten am Montag daraufhin ihre Gewinne aus und notierten zeitweise rund zwei Prozent im Plus.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium verfolgt die Vorgänge: Das Ministerium schaue sich die Entwicklung aufmerksam an, aktuell handele es sich aber nur um Ankündigungen, sagte eine Sprecherin.

HSBC hält inzwischen mehr als 5 Prozent der Daimler-Aktien

Daimler hatte erst am Freitag in einer Pflichtmitteilung erklärt, dass die Bank HSBC rund 5,2 Prozent der Stimmrechte direkt und indirekt kontrolliere. "Entsprechend Wertpapierhandelsgesetz hat uns die HSBC in Form einer Stimmrechtsmitteilung über die Schwellenüberschreitung von fünf Prozent einschließlich Finanzinstrumenten am 15.11.2019 informiert", sagte ein Daimler-Sprecher: "Mehr gibt es dazu nicht zu sagen." Von BAIC (Beijing Automotive Group Co) war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

BAIC hatte sich in der Vergangenheit bereits des Geldinstituts bedient, um seinen ursprünglichen Anteil an Daimler aufzubauen. Der chinesische Autobauer hatte im Juli fünf Prozent an Daimler erworben. Er verschaffte sich damit Einfluss auf den deutschen Premiumhersteller vor dem Hintergrund des Aufstiegs von BAIC-Konkurrent Geely zu Daimlers Großaktionär im vergangenen Jahr. Geely hält knapp zehn Prozent am Stuttgarter Konzern und hatte Daimler seinerzeit mit dem Einstieg überrumpelt.

la/reuters

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