Bundesbank zu Vermögensoptimierung durch Hochzeit Erbschaft schlägt Einkommen bei der Partnerwahl

Promi-Hochzeit von Game-of-Thrones-Stars Rose Leslie und Kit Harrington in Schottland: Bei der Partnerwahl generell spielt ganz offensichtlich Geld eine unbewusste aber unterschätzte Rolle

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Foto: Jane Barlow/ dpa

Bei der Wahl des Ehepartners ist in Deutschland das familiäre Erbe des zukünftigen Partners wichtiger als dessen zu erwartender Verdienst. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Bundesbank nun veröffentlichte . In der Untersuchung "Love and money with inheritance: marital sorting by labor income and inherited wealth in the modern partnership" untersuchten die Ökonomen Junyi Zhu und Etienne Pasteau von der Bundesbank beziehungsweise der École d'Économie in Paris, welche Korrelationen zwischen Ererbten und erarbeitetem Geld bei der Partnerwahl besteht.

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Als Datengrundlage der Untersuchung diente Datenmaterial der Vermögensbefragung "Private Haushalte und ihre Finanzen" (PHF) der Bundesbank, bei der rund 4500 Haushalte ausführlichere Angaben zu ihrem Vermögen und dessen Herkunft gemacht hatten. Die Wissenschaftler verglichen dabei unter anderem, wie die finanziellen Ehe-Konstellationen bei einer Zufallsauswahl ausgesehen hätten - und verglichen diese mit der tatsächlichen Zusammensetzung der Ehen.

Das Ergebnis: Auch wenn viele Ehepartner sicher angeben würden, dass Geld bei der Wahl ihres Ehepartners keine oder nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe, ist die Bedeutung finanzieller Aspekte offensichtlich doch größer:

"Die empirischen Befunde weisen darauf hin, dass das Erbe eine bedeutende Dimension für die moderne Partnerwahl ist", schreiben die beiden Wissenschaftler in ihrem auf der Bundesbank-Webseite veröffentlichten Diskussionspapier . Der Erhebung zufolge ist demnach das zu erwartende Erbe fast zweieinhalbmal so wichtig  wie das erzielte Einkommen des Partners.

Reich gesellt sich gern zu Reich

Dies bedeute aber nicht, dass die Beteiligten bei der Wahl ihrer Ehepartner bewusst rationale Strategien zur Vermögensoptimierung anwandten. Vielmehr könnte das Ergebnis auch Symptom und Folge gesellschaftlicher Segregation sein, schreiben die Wissenschaftler. Trennungen, wie sie sich alleine schon bei der Wahl des Wohnortes, des Schul- und Studienortes oder der gesellschaftlichen Schichten innerhalb derer man sich bewege, manifestiere.

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