Mittwoch, 26. Juni 2019

Brexit-Opfer British Steel ist insolvent - tausende Jobs in Gefahr

British-Steel-Werk in South Wales: Bei den Zulieferern sind 20.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Der zweitgrößte britische Stahlproduzent, British Steel, ist insolvent. Ein Gericht habe das Unternehmen unter Zwangsliquidation" gestellt, teilte die britische Regierung am Mittwoch mit. Ein Konkursverwalter sei als Liquidator bestellt worden, der Geschäftsbetrieb solle vorerst aufrecht erhalten werden.

British Steel hat rund 5000 Mitarbeiter, viele davon in Scunthorpe rund 290 Kilometer nördlich von London. Berichten zufolge sind bei Zulieferfirmen weitere 20.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Der Investor Greybull Capital hatte den seinerzeit defizitären Stahlkonzern 2016 für ein symbolisches Pfund von Tata Steel übernommen. In einem Brief an die Mitarbeiter hatte Vorstandschef Gerald Reichmann in der vergangenen Woche die Unsicherheit über den Brexitsowie schwache Nachfrage und hohe Rohstoffpreise für die Schwierigkeiten verantwortlich gemacht.

Der angeschlagene Konzern hatte sich in den vergangenen Tagen vergeblich um einen Staatskredit bemüht. Das Unternehmen hoffe auf Hilfen von 30 Millionen Pfund (34,1 Millionen Euro). Die britische Regierung teilte mit, sie habe Britsh Steel bereits einen Überbrückungskredit in Höhe von 120 Millionen Pfund (136 Millionen Euro) gewährt. Mehr sei rechtlich nicht möglich gewesen.

mg/dpa-afx, rtr, ap

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