Donnerstag, 5. Dezember 2019

Johnsons erster Beitrag nach Brexit Die 5 Lügen des Boris Johnson

Boris Johnson: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?

Schon der Wahlkampf der Brexit-Befürworter basierte auf falschen Behauptungen. Der erste Beitrag von Boris Johnson nach dem Votum zeigt: Auch jetzt schwindelt Johnson sich eine Welt zusammen, wie sie ihm gefällt.

"Großbritannien wird immer ein Teil von Europa sein", schreibt Brexit-Befürworter Boris Johnson in einem Beitrag für den "Daily Telegraph" - wenige Tage, nachdem der Austritt der Briten aus der EU das britische Pfund auf ein 30-Jahres-Tief gedrückt hatte. Das Magazin "Quartz" hat den Beitrag Johnsons einem Faktencheck unterzogen. Ergebnis: Die Argumentation der Brexiteers beruht auf leeren Versprechungen, Wunschdenken und schlichten Lügen. Boris Johnson ist ein Debattier-Profi, der sich die Argumente täglich neu so zurechtlegt, wie es ihm gefällt. Hier einige Beispiele aus Johnsons Beitrag.

Johnson: "Die Börse notiert auf deutlich höherem Niveau als im vergangenen Herbst."

Die Fakten: Nach dem Brexit-Votum verloren die Börsen weltweit rund 2,1 Billionen Dollar, der Tagesverlust war größer als am Tag nach der Lehman-Pleite. Der britische FTSE Index schloss am Freitag mit einem Verlust von 3,2 Prozent bei 6138 Punkten. Das sind rund 200 Punkte oder 3,8 Prozent mehr als auf dem Tiefstand des Index im vergangenen September. Ein "deutlich höheres Niveau" sieht anders aus. Und diese Betrachtung gilt auch nur für den FTSE 100: Betrachtet man den FTSE 250 Index, in dem auch die kleineren, überwiegend auf dem Heimatmarkt tätigen britischen Unternehmen tätig sind, stellt sich die Behauptung Johnsons als Lüge heraus. Der FTSE 250, als Gradmesser für den Heimatmarkt, brach nach dem Brexit um rund 8 Prozent ein und notiert inzwischen noch unter seinen Tiefständen aus dem vergangenen Herbst.

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