Mittwoch, 21. August 2019

Insolvenzverfahren Boris Beckers Trophäen kommen endgültig unter den Hammer

Wertvolle Trophäe: Boris Becker küsst den Pokal, als er im Juli 1986 zum zweiten Mal in Folge das Herren-Einzel-Finale in Wimbledon gewonnen hat

Lange hatte er sich dagegen gewehrt. Jetzt kommen die Trophäen des einstigen Tennis-Idols und heute finanziell chronisch knappen Boris Becker (51) doch unter den Hammer. Die gemeinsamen Treuhänder der Insolvenzmasse von Becker haben das Auktionshaus "Wyles Hardy & Co" angewiesen, die Trophäen und Erinnerungsstücke des ehemaligen Tennisstars am 11. Juli 2019 zu versteigern, wie das Aktionshaus am Dienstag auf seiner Internetseite erklärt.

Becker war 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Der ehemalige Tennisstar hatte zuletzt erklärt, er habe die vom Gericht festgesetzte Schuldsumme von mehreren Millionen Euro beglichen, doch der Insolvenzverwalter sei immer noch nicht zufrieden.

Boris Becker ist als Gast immer noch gefragt - wie hier bei Sportveranstaltung im Februar 2019

Die Insolvenzverwalter in London waren verärgert, dass Becker einen Teil seiner Trophäen aus seiner Karriere angeblich nicht aushändigt habe. Becker wiederum fühlte sich gedemütigt. Dutzende Erinnerungsstücke sollten online versteigert werden, auch die Socken des dreimaligen Wimbledon-Siegers. Eine Auktion war ursprünglich für Juni 2018 geplant. Becker konnte diese jedoch mit einer einstweiligen Verfügung noch abwenden.

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Im November vergangenen Jahres allerdings hatte Becker nicht nur erklärt, seine angebliche diplomatische Immunität aufzugeben, sondern auch, dass er finanziell nicht mehr in der Lage sei, den Streit weiter vor Gericht auszutragen. Damit war der Weg einer Versteigerung der restlichen Trophäen Beckers endgültig geebnet.

Ansprüche der Gläubiger sollen noch 2019 zum Teil befriedigt werden

Das Auktionshaus zitiert den Insolvenzverwalter mit den Worten "Wir freuen uns, dass die Auktion nun fortgesetzt werden kann." Die zur Versteigerung stehenden Vermögenswerte seien die wenigen verbleibenden in diesem Konkurs. "Wir gehen davon aus, den Gläubigern noch in diesem Jahr eine Dividende auszuschütten." Man erwarte, dass der Verkauf auf das gleiche große Interesse stoße wie im Vorjahr, da die Auktion "eine seltene Gelegenheit für Tennisfans ist, Erinnerungsstücke dieser Art zu erwerben".

Schon im vergangenen Jahr habe die anlaufende Auktion attraktive Gebote hervorgebracht. "Und nach unserer Erfahrung hätten Last-Minute-Gebote die Rendite für seine Gläubiger erheblich gesteigert, wenn Herr Becker nicht eingegriffen hätte", betonen die Insolvenzverwalter und widersprechen damit Beckers Darstellung, dass die Trophäen keinen materiellen Wert hätten.

Becker hatte die Auktion im Sommer vergangenen Jahres auch deshalb noch verhindern können, weil er zuvor behauptet hatte, als Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik nicht mehr von seinen Gläubigern belangt werden zu können. Doch schon seinerzeit gab es erhebliche Zweifel an dieser Darstellung. Zudem wollten einige Regierungsvertreter aus dem bitterarmen Land nichts von Beckers angeblichem Diplomatenstatus gewusst haben.

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