Freitag, 28. Februar 2020

Klage in der Schweiz Boris Beckers Schuldendrama - Hans-Dieter Cleven schlägt hart zurück

Endlich mal wieder Tennis: Derzeit ist Boris Becker als TV-Experte in seinem "Wohnzimmer" Wimbledon unterwegs

Im Streit um Darlehensrückzahlungen in Millionenhöhe hat Tennis-Legende Boris Becker in der Schweiz vor Gericht zwar vorerst gewonnen, aber der Kläger geht nun in Berufung. Der Geschäftsmann Hans-Dieter Cleven hatte Boris Becker verklagt und wollte ihn zur Rückzahlung des Geldes verpflichten. Nach einem Urteil des Kantonsgericht in Zug bei Zürich waren die Darlehensverträge aber nicht ordnungsgemäß gekündigt worden.

Cleven werde dagegen vor dem Obergericht in Berufung gehen, teilte sein Anwalt Oliver Habke am Donnerstag mit. Die Anwälte von Becker äußerten sich auf Nachfrage zunächst nicht.

Schulden Beckers in Höhe von 41 Millionen Franken "unbestritten"

Becker erhielt von Cleven nach Darstellung des Gerichts Darlehen im Umfang von 41,7 Millionen Franken (rund 39 Millionen Euro). "Es ist unbestritten, dass der Kläger dem Beklagten ab 2001 diverse Darlehen gewährte und sich die Darlehensschuld des Beklagten auf CHF 41 774 236,65 per 31. Dezember 2014 beläuft", stellte das Gericht in seinem Urteil fest. Die Rückzahlung sei wegen der fehlenden Künidigung aber nicht fällig, heißt es in dem Urteil.

Cleven werde sich unabhängig von dem Zivilprozess in Zug auch einem laufenden Verfahren gegen Becker in London anschließen, teilte der Anwalt mit. Dort werde er seine Forderung in Höhe von 41,7 Millionen Franken anmelden. Im Juni hatte Becker über zwei deutsche Anwälte Medienberichte dementiert, wonach er pleite sei.

Ein Gericht in London hatte den dreimaligen Wimbledonsieger in einer bestimmten Forderungsangelegenheit für zahlungsunfähig erklärt, weil es keinen Nachweis sah, dass Becker die geforderte Summe begleichen könne, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtet hatte. "Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte", erklärte einer seiner Anwälte dazu.

la/dpa/reuters

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