Börsenprofi Markus Zschaber zeigt Diese Aktien stabilisieren in turbulenter Zeit

Der eine verkauft Lebensmittel in fast 200 Länder weltweit, der andere stellt mehr als 50.000 verschiedene Produkte her: Solche Unternehmen hält Börsenprofi Markus Zschaber für breit genug aufgestellt, um das Börsenbeben zu überstehen.
Von Markus Zschaber
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Nestlé - stabiler Anker in turbulenten Zeiten

In schwankungsreichen Phasen suchen Anleger meist sichere Häfen. Einen solchen sicheren Hafen bietet unter anderem der schweizerische Nahrungsmittelproduzent Nestlé . Nestlé vertreibt in 197 Ländern weltweit, eine Produktevielfalt von mehr als 2000 hauseigenen Marken. Mit einem Jahresumsatz in Höhe von 91,6 Milliarden Euro ist Nestlé der größte Lebensmittelproduzent der Welt. Den Status als sicheren Hafen verdankt Nestlé vor allem seiner globalen Marktpositionierung und seinem nicht zyklischen Geschäftsmodell. Dadurch erreichte Nestlé ein stetiges Wachstum und partizipiert unter anderem an einer steigenden Weltbevölkerung und stetig steigenden Nachfrage.

Markus Zschaber

Markus Zschaber ist Gründer der Vermögens-verwaltung V.M.Z. (www.zschaber.de ) und Leiter des Instituts für Kapitalmarkt-Analyse (www.kapitalmarktanalyse.com ).Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss hinter diesem Link. 

So ist festzustellen, dass das Unternehmen vor allem in den aufstrebenden Emerging-Markets mit 6,8 Prozent in den ersten neun Monaten 2015 wachsen konnte - dieser Wachstumstrend bleibt aus unserer Sicht auf absehbare Zeit ungebrochen. Insbesondere konservative Anleger, die in der derzeit schwankungsreichen Marktphase eine gewisse Sicherheit suchen, sich aber nicht gänzlich vom Aktienmarkt zurückziehen wollen, könnten bei Nestlé fündig werden.

Das Geschäftsmodell von Nestlé zeigt sich sehr robust, dieses kommt besonders schwankungsscheuen Anlegern zu Gute, die mit einem guten Gefühl in einen wirklichen Substanzwert investieren wollen. Des Weiteren bietet Nestlé eine Dividendenrendite in Höhe von rund 1,8 Prozent, welches weit über den derzeitig zu erzielenden Zinsen liegt. Auf die kurze Sicht von einem Jahr liegt die Aktie bei knapp 1,5 Prozent im Plus, auf lange Sicht eine unverzichtbare Performance in einem gut diversifizierten Depot. Sicherlich kann sich das Unternehmen den allgemeinen Marktschwankungen nicht entziehen, aber die soliden Daten und die zukunftsorientierte Geschäftsstruktur überzeugt uns, diese Aktie in vielen Portefeuilles unsere Anleger zu haben.

3M - chancenreicher Großkonzern mit 50.000 Produkten

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3M steht für "Minnesota Mining and Manufacturing" und zählt heute zu den größten und bedeutendsten Mischkonzernen der Welt. Knapp 90.000 Mitarbeiter beschäftigt 3M  in 70 Ländern, die im Jahr 2015 einen Umsatz von 30,3 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten. Damit wurde das Rekordergebnis des Vorjahres aufgrund von negativen Währungseinflüssen leicht verfehlt. Bei der Betrachtung und Analyse des Unternehmens sticht vor allem die breite Produktpalette hervor.

Klebezettel: Auch im Digital-Zeitalter unverzichtbar

Klebezettel: Auch im Digital-Zeitalter unverzichtbar

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Über 50.000 verschiedene Produkte bietet 3M in seinen fünf Geschäftsfeldern seinen Kunden an - zu den bekanntesten Produkten zählen die berühmten gelben Klebezettel, die "Post-it-notes". Damit zählt 3M zu den am breitesten diversifizierten Unternehmen weltweit und beliefert namhafte Kunden aus den Bereichen Kommunikation, Elektronik, Industrie, Medizin und Sicherheit.

3M besticht nicht nur durch eine breite Produktpalette, sondern auch durch eine hohe Innovationskraft. Dies kommt durch die insgesamt mehr als 100.000 angemeldeten Patente in beeindruckender Weise zum Ausdruck. Ein gutes Management und eine solide Finanzbasis runden den guten Eindruck ab und machen den Mischkonzern als Anlagemöglichkeit interessant. Vor allem für Anleger, die noch nicht im amerikanischen Aktienmarkt investiert sind, bleibt 3M als Basisinvestment in einem global diversifizierten Portfolio unverzichtbar.

Deutsche Post - Expresszustellungen haben Potenzial

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Die Deutsche Post  - ein Unternehmen, welches allein in Deutschland für rund 80 Millionen Menschen wertvolle Dienstleistungen übernimmt und mit einem vermeintlich grundsoliden und einfach zu verstehenden Geschäftsmodell ebenfalls ein stabiler Anker in der aktuellen Marktphase sein sollte, überzeugt uns weiter. Doch die Dinge sind meist nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein Blick in das Unternehmen verrät schnell, dass heute viel mehr hinter dem Konzern steckt, als man es vielleicht vermutet, denn heute erwirtschaftet die Deutsche Post rund 71 Prozent ihres Umsatzes im Ausland - nur rund 25 des Umsatzes wird heute durch die Zustellung von Briefen generiert. Eine weitere wichtige Stütze des Unternehmens bildet der Bereich der Expresszustellungen.

Dieser ist besonders interessant, da er hohe Wachstumsmöglichkeiten verspricht. In den ersten neun Monaten 2015 stieg in diesem Bereich der Umsatz um rund 10 Prozent auf 10,02 Milliarden Euro. Schon heute hat die Deutsche Post mit ihrem Tochterunternehmen DHL im Bereich der Expresszustellung im Raum Asien/Pazifik einen Marktanteil von rund 44 Prozent. Speziell diese Regionen bieten der Deutschen Post noch ein erhebliches Wachstumspotenzial. Dies erklärt jedoch auch, weshalb die Deutsche Post in der derzeitigen Schwankungsphase ebenfalls Federn lässt. Auf Jahressicht liegt die Aktie rund 29 Prozent im Minus. Sollte sich der aktuelle Gegenwind legen, bieten sich hier sicherlich sehr gute Einstiegsmöglichkeiten.

Henkel - Kontinuität trotz Führungswechsel

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Henkel überraschte zuletzt durch die Bekanntmachung, dass der bisherige Unternehmenslenker Kasper Rorsted, das Unternehmen früher als geplant, also bereits Ende April, verlassen wird. Nach acht Jahren als Vorstandsvorsitzender kann Kasper Rorsted auf eine erfolgreiche Arbeit zurück blicken und wird seinem Nachfolger ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen übergeben. Diesen Erfolg können Anleger gut an der Entwicklung von Umsatz und Profitabilität nachvollziehen. Während der Umsatz von Henkel  Ende 2007, also kurz vor Ausbruch der Finanzkrise noch bei 13,07 Milliarden Euro lag, erzielte Henkel bereits 2014 einen Gesamtumsatz in Höhe von 16,4 Milliarden Euro.

Vor allem aber stieg der Jahresüberschuss in diesem Zeitraum um über 76 Prozent. Dieses Ergebnis dürfte übrigens erneut übertroffen worden sein. Der designierte neue Vorstandsvorsitzende Hans Van Bylen wird den stringenten Wachstumskurs weiterführen, zu welchem er selbst als bisheriger Leiter des Unternehmensbereichs Beauty Care seit Jahren beigetragen hat. Hier könnten sich für langfristige Anleger in der aktuellen Phase sicherlich günstige Kaufgelegenheiten ergeben.

Beiersdorf - Depotpflege dank Körperpflege

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Nivea - eine Marke die wohl deutlich bekannter ist als das produzierende Unternehmen selbst, der Konsumgüterkonzern Beiersdorf . Die Beiersdorf AG ist ein führender Konsumgüterproduzent und mit seinen Produkten weltweit vertreten. Neben Nivea zählen unter anderem die Marken Eucerin, Labello, Hansaplast, Tesa und 8x4 zum Produktportfolio. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt damit eindeutig auf Hautpflegeprodukten.

Um das selbstausgeschriebene Ziel, das weltweit führende Hautpflegeunternehmen zu werden, zu erreichen, hat Beiersdorf die "Blue Agenda" ins Leben gerufen, ein strategisches Programm zur Stärkung der Marken und der weltweiten Präsenz. Besonders in den Entwicklungsregionen Lateinamerika, Afrika und Asien möchte der Konzern auch in der Zukunft weiterhin stark wachsen.

In einzelnen Ländern sind auch zweistellige Wachstumsraten realistisch, wie beispielsweise in Teilen Lateinamerikas. Grund dafür ist die stark steigende Bevölkerungszahl in diesen Regionen und der steigende Wohlstand. Zudem setzt Beiersdorf auf die stetige Entwicklung neuer Innovationen. Dazu wurden allein in den letzten Jahren über 1600 Studien, mit insgesamt 36.000 Probanden, durchgeführt, um neue innovative Körperpflegeprodukte zu entwickeln. Für defensive Anleger mit längerfristigem Anlagehorizont ist Beiersdorf sicherlich eine Kaufoption und befindet sich immer mal wieder in unseren Kundenportefeuilles.

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