Börse Starker US-Einzelhandel schiebt den Dax an

Der Dax dreht zum Wochenschluss wieder in die Gewinnzone. Starke US-Konjunkturdaten stützen, der Euro gibt zum Dollar wieder nach. BMW wird ex Dividende gehandelt.
Von mm-newsdesk

Ermutigt von überraschend starken US-Einzelhandelsumsätzen haben sich Europas Aktienanleger vor dem verlängerten Pfingstwochenende doch noch aus der Deckung gewagt. Dax  und EuroStoxx50 machten ihre anfänglichen Kursverluste am Freitagnachmittag wett: Der deutsche Leitindex stieg um 0,6 Prozent auf 9921 Punkte, sein europäisches Pendant um 0,4 Prozent auf 2946 Punkte.

Die Einnahmen im US-Einzelhandel stiegen im April um 1,3 Prozent zum Vormonat. Das ist der kräftigste Zuwachs seit einem Jahr. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Im März hatte es noch einen Rückgang um 0,3 Prozent gegeben. Insbesondere die Autohändler machten bessere Geschäfte. Die Daten wiesen auf eine sehr freundliche Konsumentwicklung zu Beginn des zweiten Quartals hin, urteilten die Analysten der Helaba.

Ölpreise sinken wieder, Euro fällt zum Dollar auf Zwei-Wochen-Tief

Am Devisenmarkt legte der US-Dollar weiter zu. Der Euro fiel im Gegenzug um 0,6 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 1,1309 Dollar. An den US-Aktienmärkten zeichnete sich am Nachmittag eine freundliche Eröffnung ab.

Der stärkere Dollar beendete eine dreitägige Rally am Ölmarkt. Die richtungsweisende Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 47,26 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete zum Wochenschluss mit 45,83 Dollar bis zu 1,9 Prozent weniger.

Ein Dollar-Anstieg macht es für Anleger außerhalb des Dollar-Raums teurer, Positionen in dem in der amerikanischen Devise notierten Rohstoff zu halten. An den Aktienmärkten gerieten Titel der Ölfirmen BP und Total unter Druck.

Eon bleibt im Vorwärtsgang, Sixt klettert auf Rekordhoch

Unterstützung lieferten am deutschen Aktienmarkt vor allem Kursgewinne der Index-Schwergewichte BASF und Eon, die 1,2 beziehungsweise 1,8 Prozent zulegten.

Die im Kleinwerte-Index SDax notierten Aktien von Sixt  stiegen um bis zu 3,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 52 Euro. Dank eines starken Auslandsgeschäfts steigerte der Autovermieter Umsatz und Vorsteuergewinn.

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BASF und Bayer unter Zugzwang: Übernahmefieber in der Chemiebranche

Foto: Laurent_Gillieron/ dpa

Kursverluste beim Dax-Schwergewicht Bayer  hatten den Leitindex am Vortag wieder unter die 10.000-Punkte-Marke gedrückt. Am Markt wird darüber spekuliert, dass Bayer den US-Saatguthersteller Monsanto übernehmen könnte. Auch BASF wird als möglicher Bieter genannt.

BMW ex Dividende - Konkurrent Mercedes zieht davon

Die Aktie von BMW  wird am Freitag ex Dividende gehandelt und fiel nur wegen des Dividenden-Abschlags ans Dax-Ende. Allerdings muss den Oberklasse-Konkurrenten Mercedes bei den Autoverkäufen immer weiter davonziehen lassen. Die Münchner verkauften im April zwar 1,1 Prozent mehr Autos der Marke mit dem weiß-blauen Logo als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Mercedes-Benz legte aber mit einem Verkaufsplus von 10,8 Prozent deutlich stärker zu und baut seinen Vorsprung damit auch auf Jahressicht klar aus: BMW hat in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres nun 629 325 Autos seiner Kernmarke verkauft - Mercedes-Benz wurde 647 550 Wagen los.

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la/ rei / reuters, dpa
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