Montag, 16. September 2019

Vorerst keine Starterlaubnis für Boeing 737 Max US-Luftaufsicht lässt Boeing zappeln

Ob sie im Sommer wieder starten dürfen, ist weiter unklar: Maschinen des Typs Boeing 737 MAX 8 hier von Southwest Airlines
Mike Blake/REUTERS
Ob sie im Sommer wieder starten dürfen, ist weiter unklar: Maschinen des Typs Boeing 737 MAX 8 hier von Southwest Airlines

"Wenn ein Jahr vergeht, bis wir alles haben, was wir brauchen, um die Flugzeuge wieder abheben zu lassen, dann soll es so sein." Die US-Luftaufsicht will sich auf einen Termin, wann die umstrittenen Maschinen des Typs Boeing 737 Max wieder abheben dürfen, nicht festlegen. Die Airlines hoffen auf eine Erlaubnis noch in diesem Sommer. Danach sieht es bis jetzt aber nicht aus.

Die US-Luftaufsicht FAA hat bislang keinen Zeitplan, bis wann die Boeing-Maschinen vom Typ 737 MAX nach den zwei Abstürzen wieder eine Flugerlaubnis erhalten sollen. "Es dauert so lange wie nötig", sagte der amtierende FAA-Chef Dan Elwell am Mittwoch (Ortszeit). "Wenn ein Jahr vergeht, bis wir alles haben, was wir brauchen, um die Flugzeuge wieder abheben zu lassen, dann soll es so sein."

Am Donnerstag steht ein Treffen der FAA mit mehr als 30 Flugaufsichtsbehörden weltweit an. Dabei geht es um Software-Updates und ein Pilotentraining, mit dem Boeing die Sicherheit der Maschinen gewährleisten will.

US-Fluggesellschaften hoffen, dass sie den Flugzeugtyp im Sommer wieder einsetzen dürfen. Southwest Airlines hat sie bis 5. August, American Airlines bis 19. August aus den Flugplänen gestrichen. Damit stünden sie für einen großen Teil des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Die endgültige Zertifizierung durch die FAA soll auch von der Reaktion ausländischer Flugaufsichtsbehörden abhängen, die ihre eigenen Untersuchungen vornehmen wollten. Doch auch andere Fluggesellschaften weltweit sind von dem Flugverbot betroffen, müssen für viel Geld Ersatzmaschinen leasen.

Die drei größten Fluggesellschaften Chinas indes fordern von dem US-Flugzeugbauer Schadenersatz wegen des Ausfalls des Unglücksmodells 737 Max. Nach China Eastern Airlines hätten auch Air China und China Southern Airlines einen entsprechenden Antrag gestellt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters gestern unter Berufung auf das staatliche Fernsehen in China.

Die Boeing 737 MAX wurde im März nach dem zweiten Absturz innerhalb von fünf Monaten weltweit aus dem Verkehr gezogen. Eine Fehlfunktion der Sicherheits-Software MCAS hatte bei den zwei Abstürzen kurz nach dem Start eine Rolle gespielt. Dabei starben insgesamt 346 Menschen. Boeing hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, das Unternehmen habe das Software-Update für den Flugzeugtyp abgeschlossen.

rei mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung