Börsenprofi Markus Zschaber zeigt Diese Aktien können langfristig Freude machen

Von Markus Zschaber

Boeing - der langfristige Trend zählt

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Zuletzt mehrten sich enttäuschende Meldungen rund um Boeing, den größten Flugzeugbauer der Welt. So ergatterte Boeing auf der vor zwei Wochen stattfindenden Luftfahrtmesse in Farnborough nicht nur weniger Bestellungen als im Vorjahr, sondern lag mit seinen Abschlüssen sogar hinter Erzrivale Airbus zurück. Grundsätzlich scheint die Dynamik der Bestellungen am Flugzeugmarkt deutlich abzuflachen.

Markus Zschaber

Markus Zschaber ist Gründer der Vermögens-verwaltung V.M.Z. (www.zschaber.de ) und Leiter des Instituts für Kapitalmarkt-Analyse (www.kapitalmarktanalyse.com ).Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss hinter diesem Link. 

Auch musste der Flugzeugbauer jüngst Abschreibungen bei der Fertigung eines Tankflugzeuges vornehmen. Dementsprechend bewegte sich die Aktie in den letzten Monaten in einer Seitwärtsphase. Auf Sicht von zwei Jahren beläuft sich das Kursplus auf magere 8 Prozent.

Anleger sollten nun allerdings nicht den Mut verlieren, gewisse Schwächephasen gehören seit jeher sowohl zum Börsengeschehen als auch zum realwirtschaftlichen Nachfragezyklus dazu. Viel entscheidender sind die zugrunde liegenden Trends. Boeing  hob nämlich indes seine Prognose für den globalen Flugzeugmarkt an. Demnach werden in den kommenden 20 Jahren rund 40.000 neue Flugzeuge benötigt, um die steigende Nachfrage nach Flügen bedienen zu können.

Dies entspricht einer Prognoseanhebung von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend verdeutlicht das langfristige Potenzial des Flugzeugbauers und sollte für private Anleger das viel entscheidendere Anlagekriterium sein, als das tägliche Auf und Ab der Börse. Mittelfristig sehe ich bei dem Flugzeugbauer weiterhin ein gutes Potenzial.

3M - Mischkonzern als unverzichtbares Basisinvestment

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3M steht für "Minnesota Mining and Manufacturing" und zählt heute zu den größten und bedeutendsten Mischkonzernen der Welt. Bereits in der Februarausgabe habe ich dieses Unternehmen in diesem Format erwähnt. Seither konnte die Aktie rund 15 Prozent an Wert zulegen.

Anlässlich der jüngsten Quartalszahlen möchte ich nun den Mischkonzern erneut vorstellen. Mit einem Umsatz in Höhe von 7,7 Milliarden US-Dollar  im zweiten Quartal stagnierte dieser auf Vorjahresniveau. Auch der Gewinn lag annähernd auf Höhe des Vorjahres. Insgesamt wurden die Zahlen mit Enttäuschung aufgenommen, auch da die Prognose für das Gesamtjahr leicht reduziert wurde. Dennoch soll der Gewinn für das Gesamtjahr um 8 bis 10 Prozent zum Vorjahr steigen.

Als Multi-Technologiekonzern mit über 50.000 verschiedenen Produkten, die weltweit vertrieben werden, partizipiert 3M in besonderer Weise am globalen Wachstum. Für Anleger, die in den aktuell volatilen Zeiten ihr Portfolio stabiler gestalten möchten, bleibt 3M als amerikanisches Basisinvestment in einem global diversifizierten Portfolio unverzichtbar. Nähere Informationen zu Analyse- und Auswahlprozessen finden Sie auch hier .

Caterpillar - Chancen auf eine Trendwende

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Ein weiteres Unternehmen, welches in dieser Woche Quartalszahlen präsentiert hat, ist Caterpillar , der größte Maschinenbauer der Welt. Caterpillar leidet seit Monaten unter den niedrigen Rohstoffpreisen, welche Bergbau- und Ölförderunternehmen dazu veranlassen, Investitionen zurückzuhalten, um die eigenen fallenden Margen nicht weiter zu belasten. Auf diese Entwicklung hat Caterpillar mit einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm bereits reagiert, allerdings erzeugen diese Maßnahmen selbst Kosten, sodass die positiven Einsparungen erst mit einem gewissen Zeitverzug zum Tragen kommen.

Entsprechend dem Marktumfeld rutschte der Umsatz im zweiten Quartal von 12,32 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 10,34 Milliarden US-Dollar ab. Auch der Gewinn sank um 29 Prozent auf 0,93 US-Dollar pro Aktie. Sicherlich verdeutlichen diese Zahlen die angespannte Lage des Maschinenbauers.

Allerdings sollten potenzielle Anleger die Situation rund um den Maschinenbauer weiter genau verfolgen. Denn der aufgestaute Investitionsdruck der Unternehmen könnte sich bei einem leicht verbesserten Marktumfeld sehr rasch entladen und bei Caterpillar die Trendwende bringen. Das aktuelle Kursniveau bietet langfristig orientierten Anlegern sicherlich eine chancenorientierte Einstiegsmöglichkeit.

SAP - Cloud-Geschäft im Fokus

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Entgegen dem allgemeinen Markttrend können sich Aktionäre des Softwareentwicklers und Dax-Schwergewichts SAP schon über eine stattliche Rendite in 2016 freuen. Seit Jahresbeginn stieg die Aktie um rund 10 Prozent, dazu kam noch eine Dividende von 1,15 Euro pro Aktie. Schon 2015 zählte die Aktie zu den Outperformern im deutschen Leitindex. Das Zahlenwerk des zweiten Quartals untermauert diese Entwicklung auch fundamental. So stieg der Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 5 Prozent.

Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 9 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro. Ein besonderes Augenmerk fiel wie gewohnt auf die Erlöse des Cloud-Geschäfts. Dieser Bereich bietet neben einem hohen Wachstumspotenzial eine sehr attraktive Marge und wird in einigen Jahren wohl die wichtigste Sparte des Unternehmens bilden. Im zweiten Quartal 2016 stiegen die Erlöse in diesem Bereich um 30 Prozent, über das Gesamtjahr rechnet SAP  für sein Cloud-Geschäft mit Wachstumsraten von bis zu 33 Prozent.

Mit diesem starken Wachstum bleibt SAP für langfristig orientierte Anleger sicherlich weiterhin interessant, allerdings sollte man die Entwicklungen des Cloud-Geschäfts genau verfolgen und bei schwächelnden Wachstumsraten auch

Jungheinrich - gute Auftragslage bereitet Freude

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Mit fast 14.000 Mitarbeitern zählt das Hamburger Unternehmen Jungheinrich  zu den herausragenden Maschinenbauern des deutschen Mittelstandes. Das im Jahr 1953 gegründete Unternehmen ist heute viertgrößter Anbieter von Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik weltweit. Dabei bietet Jungheinrich seinen Kunden unter anderem eine Vielzahl von Hubwagen, Gabelstaplern und maßgeschneiderten Individuallösungen an.

Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2015 setzt Jungheinrich diese positive Dynamik auch 2016 weiter fort. Im ersten Jahresdrittel von Januar bis April stieg der Umsatz um rund 10 Prozent auf 930 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Auftragseingang um 19 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Neuere Daten werden voraussichtlich Mitte August mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts bekannt. Nach jüngsten Aussagen des Vorstands sollte der Auftragseingang abermals deutlich zugelegt haben. So liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 11,5 Prozent im Plus.

Die sehr positive Auftragslage wird sich mit einer stabilen konjunkturellen Lage weiter fortsetzen. Damit blicke ich sehr zuversichtlich auf die kommenden Monate, ein Wert der auch in unseren Kundendepots wiederzufinden ist.

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