Donnerstag, 14. November 2019

Neuer Ärger nach Gewinnwarnung BMW-Händler gehen auf Konfrontationskurs zum Konzern

BMWs beim Händler: Nur 50 der 600 BMW-Händler gehören dem Konzern selbst

Dem bayerischen Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen droht neuer Ärger. Erst gestern musste der Konzern seine Prognose für 2018 herunterschrauben, nun könnte das Ergebnis noch weiter unter Druck geraten. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge streitet BMW mit seinen Vertragshändlern über neue Vereinbarungen. Das könnte den Verkauf von Autos und Ersatzteilen in Deutschland gefährden.

Dem Bericht zufolge setzte BMW den Händlern eine Frist bis Ende September. Bis dahin sollten sie einen Vertrag unterzeichnen, durch den sie deutlich weniger verdienen würden. Viele der 550 Händler wollten diese Frist nun verstreichen lassen.

"Die uns vorgelegten Verträge über ein Geschäftsmodell 2018+ werden wir so nicht unterschreiben", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher BMW-Vertragshändler, Peter Reisacher, der Zeitung. Damit droht dem Konzern eine gefährliche Lage. Die Häuser, die für elf Milliarden Euro Umsatz bei BMW stehen, müssten Ende des Monats die Arbeit einstellen. Nur 50 der 600 BMW-Häuser gehören dem Bericht zufolge dem Konzern selbst.

Der Ärger der Händler sitzt laut "SZ" tief. Ihr Verband appellierte an den Hersteller, die Partnerschaft zu den Händlern wiederherzustellen, "die seit zehn Jahren nicht mehr gelebt wird". Die Händler fürchten neben sinkenden Margen auch die Ausweitung des Direktvertriebs, den der Konzern mit Großkunden selbst erledigt. Künftig soll die Münchener Zentrale nach Angaben aus Händlerkreisen noch viel mehr an ihnen vorbei machen können, zum Beispiel auch das Geschäft im Internet. Gleichzeitig fordert der Konzern von den Händlern hohe Investitionen, etwa in ansprechendere Verkaufsräume.

BMW wolle sich nicht zu dem Streit äußern, auch um eine Lösung in letzter Minute nicht zu gefährden, berichtete die "SZ" weiter. "Noch haben wir nicht Ende September"", hieß es demnach. Die Partner hätten noch einige Tage Zeit, um über die Verträge zu verhandeln. Käme es zu keiner Lösung, dann gäbe es "nur Verlierer". Die Branche stehe vor großen Veränderungen und es gebe neue aggressive Wettbewerber.

mg/afp

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