Donnerstag, 5. Dezember 2019

Bloomberg News schafft sich neue Verhaltensregeln Sanders - "Bloomberg darf sich Wahl nicht kaufen"

Michael Bloomberg: Bloomberg News wird keine investigativen Recherchen zum Kandidaten betreiben - und auch nicht zu den anderen Kandidaten der Demokratischen Partei

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat scharfe Kritik an seinem neuen innerparteilichen Konkurrenten Michael Bloomberg geübt. "Wir glauben nicht, dass Milliardäre das Recht haben, sich Wahlen zu kaufen", schrieb der linke Senator am Sonntag auf Twitter mit Blick auf die US-Wahl in knapp einem Jahr. "Deswegen werden Multimilliardäre wie Michael Bloomberg bei dieser Wahl nicht sehr weit kommen." Bloomberg gilt als einer der reichsten Männer der Welt und hatte zuvor seine offizielle Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten verkündet.

Der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister teilte am Sonntag mit: "Ich bewerbe mich als Präsident, um Donald Trump zu besiegen und Amerika wieder aufzubauen. Wir können uns vier weitere Jahre mit Präsident Trumps rücksichtslosem und unethischem Handeln nicht leisten."

Der 77 Jahre alte Demokrat, der einst das nach ihm benannte Finanz- und Medienunternehmen gründete, kann erhebliche Finanzmittel in einen Wahlkampf gegen den Republikaner Trump (73) einbringen.

Bloomberg News setzt sich neue Verhaltensregeln

Fragen warf der Einfluss Bloombergs auf sein Medienimperium auf. Der CNN-Journalist Oliver Darcy verbreitete am Sonntag ein internes Schreiben von Chefredakteur John Micklethwait an Mitarbeiter der Bloomberg-Nachrichtenagentur. Darin hieß es, Leitartikel der Agentur hätten bislang Bloombergs Meinung gespiegelt. Künftig werde es nur noch namentlich gezeichnete Meinungsbeiträge geben.

Man werde die "Tradition" fortsetzen, keine investigativen Recherchen zu Bloomberg zu betreiben. Das gelte nun auch für demokratische Mitbewerber um die Kandidatur. Weiterhin werde aber zur Trump-Regierung recherchiert.

Bloomberg gilt als moderater Demokrat. Er macht damit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vor allem dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden Konkurrenz, der in Umfragen bislang vorne liegt. Zuletzt schwächelte Biden jedoch. Die interne Konkurrenz schloss in Umfragen zu ihm auf, beim Spendensammeln überholte sie ihn zum Teil. Biden äußerte sich zunächst nicht zu Bloombergs Kandidatur.

la/dpa

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