Samstag, 25. Januar 2020

Weltgrößter Vermögensverwalter Blackrock wagt erste Schritte Richtung Klimaschutz


Blackrock: Jetzt auch Mitglied bei "Climate Action 100+"

Der Druck auf Unternehmen, in ihren Geschäftsmodellen stärker auf Nachhaltigkeit zu achten und Maßnahmen gegen den Klimawandel in ihre Unternehmensziele aufzunehmen, hat deutlich zugenommen. Inzwischen spüren auch die Vermögensverwalter diesen Druck - also jene milliardenschweren Geldhäuser, die ihrerseits in die meist börsennotierten Konzerne investieren und mit ihren Anlage-Entscheidungen großen Einfluss auf die Unternehmen haben.

Der weltgrößte Vermögensverwalter, Blackrock, hatte sich in Fragen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit bislang vornehm zurückgehalten. Blackrock hat Milliardensummen in Öl-Unternehmen wie Exxon, Shell und BP investiert, ebenso wie in Energie- und Rohstoffkonzerne wie Rio Tinto, die noch stark auf den Abbau von Braunkohle und anderer natürlicher Ressourcen setzen.

Nun beugt sich auch Blackrock der lauter werdenden öffentlichen Kritik, als wichtiger Player in der Finanzindustrie nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen. Am Donnerstag gab Blackrock bekannt, dass man sich dem Bündnis "Climate Action 100+" angeschlossen habe: Es ist das weltgrößte Bündnis von internationalen Investoren weltweit.

Zu den knapp 400 institutionellen Investoren, die sich "Climate Aktion 100+" bislang angeschlossen haben, gehören auch große Player wie HSBC Holdings und die Vermögensverwaltung der Schweizer Großbank UBS Börsen-Chart zeigen . Mit dem neuen Mitglied Blackrock steigt die Summe, die die Bündnismitglieder unter Verwaltung haben, auf 41 Billionen Dollar.

Unternehmen sollen sich transparente Klimaziele setzen

Mit solch geballter Finanzkraft ließe sich einiges bewegen. Allerdings geht das Bündnis "Climate Aktion 100+" noch nicht so weit, seine Investments aus Unternehmen abzuziehen, die keine Klimaschutzziele verfolgen oder diese verfehlen. Das Ziel der Gruppe beschränkt sich bislang darauf, den Druck auf Unternehmen zu erhöhen, damit diese sich transparente Klimaziele setzen und einen nachvollziehbaren Plan entwíckeln, wie sie schrittweise ihre CO2-Emissionen senken können. Shell und BP haben solche Pläne bereits veröffentlicht.

"Wir glauben, dass die Risiken durch weltweiten Klimawandel rasant wachsen. Daher beschleunigen wir unsere Bemühungen, mit den Unternehmen, in die wir investieren, über diese wichtigen Fragen in einen Dialog zu treten", ließ sich ein Blackrock-Sprecher in der "Financial Times" zitieren. Fiona Reynolds, Mitglied im Steering Committe des "Climate Aktion 100" Bündnisses, fügte hinzu: Blackrock reagiere auf die Forderungen seiner Kunden, sich dem Thema Klimawandel zu widmen und daraus nicht nur theoretische Überlegungen, sondern auch konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Im vergangenen Jahr hatte das Institut für Energie-Ökonomie berechnet, dass Black Rock im vergangenen Jahrzehnt rund 90 Milliarden Dollar versenkt habe, da das Unternehmen seinen Investments an Ölkonzernen treu geblieben sei. Diese Branche habe sich jedoch deutlich unterdurchschnittlich entwickelt. Blackrock hatte die Kritik zurückgewiesen und betont, dass die meisten Investments des Unternehmens passive ETF-Investments seien - der Konzern also kein Stock-Picking betreibe.

la/mmo

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