Banken schrumpfen, doch ETF-Riese baucht mehr Platz Blackrocks Hausmeister wird neuer Herr über Manhattan

Blackrock-Zentrale in New York: 80.000 Quadratmeter in Manhattan sollten es schon sein - die Miete von 60 Millionen pro Jahr ist Nebensache

Blackrock-Zentrale in New York: 80.000 Quadratmeter in Manhattan sollten es schon sein - die Miete von 60 Millionen pro Jahr ist Nebensache

Foto: Getty Images

Auch das dürfte ein Zeichen für den Siegeszug passiver Investmentprodukte gegenüber aktiv gemanagten Fonds sein: Während Hedgefonds-Firmen und andere Investmenthäuser seit einiger Zeit eher zu Einsparungen und Verkleinerungen neigen, sucht in New York jetzt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock eine neue Zentrale, weil die bisherigen Räumlichkeiten dem Investmentriesen zu klein geworden sind.

Mit einer Neuanmietung von etwa 80.000 Quadratmetern könnte Blackrock der New Yorker Immobilienszene einen der größten Deals des Jahres bescheren, berichtet das "Wall Street Journal". Die Rede ist von einer jährlichen Miete von möglicherweise mehr als 60 Millionen Dollar. Drei Standorte, so die Zeitung, habe der Vermögensverwalter derzeit noch in der engeren Auswahl.

Für New York hat eine Finanzfirma, die sich vergrößern will, in letzter Zeit Seltenheitswert. Seit der Finanzkrise 2008 sank die von dieser Branche beanspruchte Bürofläche in Manhattan um etwa 1,2 Millionen Quadratmeter oder 28 Prozent, so das "WSJ". Das entspreche mehr als sechs Bürogebäuden vom Kaliber der Goldman-Sachs-Zentrale im Zentrum der Stadt.

Insbesondere Hedgefonds befinden sich zurzeit auf dem Rückzug. Den Fonds gelingt es nur noch selten, die erhoffte Performance zu liefern. Von ihren großzügigen Gebühren rücken sie dennoch kaum ab.

ETFs als Wachstumsmotor

Nicht so jedoch Blackrock: Das Unternehmen gilt mit einem verwalteten Vermögen von 4,9 Billionen Dollar (4,5 Billionen Euro) als größter privater Vermögensverwalter der Welt. Im Angebot hat Blackrock vom traditionellen Investmentfonds bis zur Beratung eine breite Palette. Wichtigster Geschäftszweig und Wachstumsbringer sind jedoch die passiven Investmentfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds), ein Bereich, in dem das Unternehmen weltweit Marktführer ist.

Seit Jahren graben ETFs den traditionell gemanagten Investmentfonds nach und nach das Wasser ab. Die passiven Produkte erzielen im Schnitt in vielen Investmentbereichen die bessere Performance und sind noch dazu für Anleger kostengünstiger. Namhafte Finanzprofis wie Starinvestor und Multimilliardär Warren Buffett haben die Vorteile der schlanken Vehikel bereits erkannt und werben dafür.

Und immer mehr Investoren wenden sich den passiven Produkten zu. Verwalteten ETFs weltweit 2006 noch vergleichsweise bescheidene 566 Milliarden Dollar, so waren es im vergangenen Jahr bereits rund 2,9 Billionen Dollar. Damit waren die passiven Fonds 2015 auch erstmals bedeutender als alle Hedgefonds weltweit zusammen.

Großer Profiteur des ETF-Vormarschs ist die Firma Blackrock. Deren weltweite Mitarbeiterzahl stieg seit 2008 laut "Wall Street Journal" von 5341 auf etwa 13.000. Kein Wunder also, dass das Unternehmen in New York nun nach neuen Räumlichkeiten sucht. Etwa 65.000 Quadratmeter an Büroflächen nutzt Blackrock in der Metropole bislang - aber das reicht nun nicht mehr.

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