Nach Ritterschlag durch US-Börse CME Zockerwährung Bitcoin steigt auf 7500 Dollar

Bitcoin im Höhenflug: Bald wird es auch Future-Kontrakte auf die Krypto-Währung geben

Bitcoin im Höhenflug: Bald wird es auch Future-Kontrakte auf die Krypto-Währung geben

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Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

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Der Preis des Bitcoins steigt weiter - unter starken Schwankungen. Die Aussicht, dass der Bitcoin künftig an der weltgrößten Terminbörse für Finanzderivate CME in Chicago gehandelt werden kann, ließ den Kurs der Kryptowährung am Freitag zeitweise auf 7500 US-Dollar steigen, nachdem der Bitcoin-Kurs am Donnerstag erstmals über die Marke von 7000 US-Dollar gestiegen war.

Damit ist der Kurs seit Anfang Oktober um etwa 80 Prozent gestiegen. Viele spekulative Anleger zocken angesichts des Rekordlaufs mit - und gehen damit auch hohe Risiken ein. Tägliche Schwankungen von rund 10 Prozent und mehr sind beim Bitcoin nicht ungewöhnlich, im September verlor die Bitcoin-Währung sogar an einem Tag einmal 25 Prozent an Wert.

Laut der Branchenplattform Coinmarketcap stieg der Wert aller Digitalwährungen zusammen damit auf die Rekordsumme von 184 Milliarden Dollar. Das entspricht ungefähr dem summierten Börsenwert der US-Großbanken Goldman Sachs  und Morgan Stanley .

Kein Wunder, dass Beobachter immer wieder betonen, dass es sich bei der rasanten Bitcoin-Hausse um eine Spekulationsblase handeln dürfte, die vermutlich irgendwann platzen werde. Noch Anfang des Jahres kostete ein Bitcoin schließlich weniger als 1000 Dollar.

Größte Terminbörse der Welt in Chicago will Futures auf Bitcoins handeln

Eine Ankündigung vom US-Finanzmarkt deutet allerdings in eine andere Richtung: Dort hat die CME Group, immerhin die größte Terminbörse der Welt mit Sitz in Chicago, jetzt angekündigt, noch in diesem Jahr einen Future-Kontrakt auf den Bitcoin auf den Markt bringen zu wollen. Die CME begründete ihren Schritt mit einem gestiegenen Kundeninteresse. Die Terminkontrakte auf die Kryptowährung sollen den Plänen zufolge in bar abgerechnet werden. Hierfür ermittelt der Börsenbetreiber einmal täglich einen auf US-Dollar basierenden Referenzwert. Dies würde den Bitcoin-Handel für große institutionelle Investoren interessant machen.

Die Pläne der Börsengesellschaft gelten als einer der Gründe für den jüngsten Preisanstieg des Bitcoin. Denn mit einem Future auf den Bitcoin hätten Banken und andere Finanzinstitutionen künftig die Möglichkeit, sich gegen starke Preisschwankungen und damit böse Überraschungen beim notorisch volatilen Bitcoin-Preis abzusichern. Das könnte künftig weitere Investoren in den Markt locken, denn der Bitcoin rückt auf diese Weise näher an etablierte alternative Geldanlagen wie etwa Gold , Öl oder andere Rohstoffe.

Kommentar: Viereinhalb Indizien für eine anschwellende Krypto-Blase

Hintergrund: Das Geschäft mit Cybergeld boomt derzeit. Bitcoin ist das größte und bekannteste davon. Seit Jahresbeginn hat sich der Bitcoin-Wert versechsfacht, allein seit Mitte September verdoppelt. Die Währung unterliegt aber auch starken Schwankungen. Sie wird zum Teil sehr kritisch gesehen. Der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, bezeichnete die Währung beispielsweise als "Betrug" und die chinesischen Behörden verboten Börsengänge von Krypto-Währungen.

Lloyd Blankfein dagegen, Chef der US-Großbank Goldman Sachs, machte kürzlich auf Twitter publik, dass sich sein Institut ernsthaft mit dem Bitcoin beschäftige und noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen sei. Die Ankündigung der CME Group dürfte das Interesse von Goldman Sachs jedenfalls kaum gedämpft haben.

Credit Suisse Chef warnt vor Bitcoin-Blase

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam blickt unterdessen skeptisch auf die Krypto-Währung Bitcoin. "Ich denke, beim derzeitigen Stand der Regulierung haben die meisten Banken wenig oder gar keinen Appetit, sich bei einer Währung mit solchen Herausforderungen in der Geldwäscherei zu engagieren", sagte Thiam am Donnerstag. Die Anonymität des Cyber-Geldes sei eine große Herausforderung. Das Interesse an Bitcoin könne wieder nachlassen, zudem gebe es die Gefahr einer Überhitzung. "Was wir heute sehen, ist der einzige Grund heute Bitcoin zu kaufen oder zu verkaufen, Geld zu machen. Das ist reinste Spekulation und per Definition eine Blase."


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Falls Sie beim Bitcoin-Preis von mehr als 7000 Dollar noch in den Hype einsteigen wollen - hier ein Überblick über die wichtigsten Wege, auf denen Jedermann in Bitcoins investieren kann:

Diese Möglichkeiten gibt es, in Bitcoins zu investieren

Wer sich trotz aller Vorbehalte und Warnungen in das Abenteuer Bitcoin stürzen will, hat verschiedene Möglichkeiten zum Investment:

  • Am nächstliegenden ist wohl, tatsächlich Bitcoins zu erwerben. Dabei begibt man sich sozusagen direkt ins digitale Geschehen der Kryptowährungen, abseits von Sparkassenfilialen, Bankkonten und Wertpapierdepots. Voraussetzung für den Bitcoinkauf ist ein sogenanntes Wallet, auf dem die digitale Währung gelagert, und von dem aus Transaktionen damit vorgenommen werden können. Ein Vorteil: Weil keine Banken im Spiel sind, fallen bei diesem Geschäft auch nur geringere Gebühren an. Für den Kauf von Bitcoins kommen vor allem Online-Marktplätze wie der hiesige Marktführer Bitcoin.de sowie Börsen wie CEX.IO oder Bitstamp infrage.
  • Neben dem direkten Investment in Bitcoins gibt es auch das indirekte - zum Beispiel über sogenannte CFD-Finanzvehikel. Dabei steht CFD für Contract for Difference oder Differenzkontrakt: Der Anleger setzt in dem Fall einen Betrag auf die Entwicklung des Bitcoin-Kurses in eine bestimmte Richtung, ohne dabei tatsächlich Bitcoins zu erwerben. Besonderheit: Bei CFD-Geschäften ist der Einsatz von Hebeln möglich, durch die sich die Gewinnchance, aber auch das Verlustrisiko um ein Vielfaches erhöhen. Letzteres ist auch der Grund dafür, dass diese Investmentvehikel von Anlegerschützern sowie von der Finanzaufsicht kritisch beäugt werden. Plattformen, die das CFD-Investment in Bitcoins anbieten, sind beispielsweise Etoro oder Plus500.
  • Den meisten Anlegern dürfte das Investment in Bitcoins schon riskant genug sein - da sollte über das gewählte Investmentvehikel vielleicht, wenn es sich vermeiden lässt, nicht noch ein zusätzliches Risiko ins Depot kommen. Wer so denkt, kann auch per Zertifikat auf den Bitcoin-Preis setzen. Der Vorteil: Für den Kauf dieser Zertifikate benötigen Anleger nicht eigens einen Account auf Bitcoin-Marktplätzen oder -Börsen. Ein herkömmliches Wertpapierdepot reicht dafür in der Regel aus. Erhältlich sind derzeit ein Bitcoin-Zertifikat von der Schweizer Vontobel-Bank (ISIN: DE000VN5MJG9) sowie eines vom schwedischen Anbieter XBT-Provider (ISIN: SE0007525332).
  • Ausschließlich auf das Thema Bitcoins fokussierte Investmentfonds gibt es bislang nicht. Offenbar existieren aber einzelne Fonds, die zumindest einen kleinen Teil ihrer Investments in diesem Bereich tätigen. Dazu zählt beispielsweise der Acatis Datini Valueflex Fonds (ISIN: DE000A0RKXJ4 für Klasse A und DE000A1H72F1 für Klasse B) aus dem Hause Acatis, der unter anderem in ein Bitcoin-Zertifikat investiert hat. Wie Medien kürzlich berichtet haben, bereitet zudem das Schweizer Investmenthaus Crypto Fund AG noch in diesem Jahr die Auflage eines reinen Fonds für Kryptowährungen vor .
mit Material von Reuters
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