Freitag, 20. September 2019

Kursrutsch der Kryptowährung - 2000 Dollar Verlust binnen Stunden Bitcoin steigt nahe 14.000 Dollar - und stürzt dann ab

Bitcoin: Die Kryptowährung stieg in der Nacht auf knapp 14.000 Dollar - um dann wie ein Stein 2000 Dollar zu fallen

Der Bitcoin bleibt sich und seinen extremen Kursschwankungen treu: Nachdem der Bitcoin am späten Mittwochabend seinen Höhenflug zunächst fortgesetzt hatte und bis knapp unter die Marke von 14.000 Dollar gestiegen war, fiel er am Donnerstagmorgen deutlich zurück.

Zuvor war der Kurs bis Mitternacht bis auf 13.880 US-Dollar gestiegen, um dann wie ein Stein um mehr als 2000 Dollar nachzugeben. Am Donnerstagmittag kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp noch 11.700 Dollar.

Für Kurskapriolen ist die älteste und bekannteste Digitalwährung bekannt, was sie in den Augen von Kritikern als Zahlungsmittel weitgehend disqualifiziert.

In den vergangenen Wochen war der Bitcoin-Kurs jedoch stark und recht stetig gestiegen. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Kursgewinne auf rund 250 Prozent. Das erinnert an den massiven Höhenflug aus dem Jahr 2017, dem jedoch ein heftiger Absturz im Jahr darauf folgte.

Zuletzt profitierten der Bitcoin und andere Kryptowährungen vor allem durch die Ankündigung von Facebook und weiteren Unternehmen, eine globale Digitalwährung namens Libra schaffen zu wollen. Darüber hinaus nennen Marktbeobachter weitere Gründe für den Höhenflug, darunter die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik großer Notenbanken. Das Argument lautet, ähnlich wie beim Goldpreis, dass zinslose Anlagen bei fallenden Zinsen attraktiver würden.

Die Tatsache, dass Fed-Chef Jerome Powell erklärte, man werde die Entwicklung des Libra genau im Auge behalten, hatte die Kursrally des Bitcoin sogar noch beflügelt. noch an. Die Bedenken der Notenbanken werden derzeit eher als Indiz dafür gesehen, dass Kryptowährungen mittelfristig das Zeug haben, das Finanz- und Bezahlsystem grundlegend zu verändern.

Gesamtwert der Krypto-Währungen zwischenzeitlich bei 350 Milliarden

"Investoren fiebern weiterhin 'Libra' entgegen und bleiben in Bezug auf eine erfolgreiche Lancierung der hauseigenen Kryptowährung Facebooks optimistisch, obwohl sich die Stimmen gegen die Pläne verschärft haben", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Führende Notenbanker fordern unterdessen eine stärkere Regulierung von Libra, Bitcoin & Co. Angesichts der Kursgewinne der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise von mehr als 120 Prozent binnen sechs Wochen warnen Experten aber vor Kursrückschlägen. Genau das ist jetzt in der Nacht passiert.

"Angesichts einer derart dynamischen Rückeroberung des fünfstelligen Preisniveaus, dürfte der Krypto-Taler nicht nur Spekulanten anlocken, sondern zusehends auch institutionelle Adressen auf den Plan rufen", schrieb Analyst Timo Emden. "Ein nicht unbedeutender Teil der Anleger hat schlichtweg Angst, etwas zu verpassen. Die Hausse nährt die Hausse."

Bitcoin und Libra: Geld ist leider dumm

Im Windschatten des Bitcoin-Höhenflugs hatten auch andere Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin Cash weiter zugelegt. Der Gesamtwert aller rund 2270 Kryptowährungen wurde zuletzt mit 350 Milliarden Dollar beziffert, ändert sich aber faktisch extrem schnell. "Das Mainstream-Interesse an Kryptowährungen ist derzeit riesig", so Emden. Die Situation erinnere ein wenig an den Sommer und Herbst 2017 als der Bitcoin eine Tausender-Marke nach der nächsten übersprungen hatte und innerhalb weniger Monate von 2000 bis auf 20.000 Dollar stieg.

rei/la/dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung