Sonntag, 19. Mai 2019

Krypto-Währung überspringt 8000-Dollar-Marke Schon wieder Bitcoin-Hype - und schon wieder Zweifel

Bitcoins: Wie nachhaltig ist der aktuelle Preisanstieg?

Skeptische Beobachter der Finanzmärkte dürften sich verwundert die Augen reiben: Noch ist es keine zwei Jahre her, als am Markt für Krypto-Währungen eine riesige Spekulationsblase platzte, und schon wieder steigen die Preise von Bitcoin Börsen-Chart zeigen, Ethereum und anderen digitalen Geldanlagen in bemerkenswert rasantem Tempo.

Der Bitcoin beispielsweise, die mit einer Marktkapitalisierung von gegenwärtig etwa 140 Milliarden Dollar nach wie vor bedeutendste Krypto-Währung, übersprang in dieser Woche erstmals seit Anfang 2018 wieder die Marke von 8000 Dollar (von der sie sich inzwischen laut Plattform Coinmarketcap allerdings wieder ein wenig nach unten verabschiedet hat). Zum Vergleich: Noch Anfang Mai kostete ein Bitcoin lediglich etwa 5400 Dollar, und am Jahresanfang waren es weniger als 4000 Dollar.

Auch die Kapitalisierung des gesamten Krypto-Marktes ist erneut in die Höhe geschossen: Laut Coinmarketcap beträgt sie gegenwärtig etwas mehr als 240 Milliarden Dollar. Anfang Januar 2019 betrug der Wert noch weniger als 130 Milliarden Dollar.

Angesichts derart großzügiger Preissteigerungen binnen kurzer Zeit werden Erinnerungen wach an den Krypto-Hype des Jahre 2017. Anfang Januar jenes Jahres kostete beispielsweise ein Bitcoin etwa 1000 Dollar - im Dezember des gleichen Jahres lag der Preis zeitweise bei etwa 20.000 Dollar. Dann kam bekanntlich der Einbruch: Der Bitcoin crashte 2018 und fiel Anfang 2019 auf Werte von 3300 Dollar und weniger.

Gibt es also tatsächlich bereits den nächsten Hype? Der US-Sender CNBC jedenfalls geht bereits so weit, den Bitcoin als "sicheren Hafen" für Investorengelder zu preisen, angesichts von Aktienmärkten, die durch ein neues Hochkochen des Handelskonflikts zwischen den USA und China einmal mehr in Turbulenzen geraten sind.

Vorsicht dürfte da allerdings geboten sein. Denn wie immer im schwer zu durchblickenden Krypto-Geschäft sind die wahren Gründe für die aktuellen Preissteigerungen nur schwer auszumachen. Beobachter verweisen auf die zunehmende Akzeptanz der Krypto-Währungen bei institutionellen Playern des Finanzmarktes sowie in der realen Wirtschaft.


manager magazin und Mynd erklären: So funktionieren Krypto-Währungen


Die US-Fondsgesellschaft Fidelity beispielsweise, mit einem verwalteten Vermögen von etwa 2,4 Billionen Dollar einer der größten privaten Geldverwalter der Welt, kündigte vor einigen Tagen an, den Bitcoin für ihre institutionellen Kunden zugänglich zu machen. Sie folgt mit dem Schritt Wettbewerbern wie ETrade oder Robinhood, wobei letztere das Investment auch für Privatanleger ermöglichen. Einer Studie zufolge, die Fidelity Anfang Mai veröffentlicht hat, glaubt beinahe jeder zweite institutionelle Kapitalanleger, digitales Geld sei ein Investment wert.

Hinzu kommt: Auch die reale Verwendbarkeit von Krypto-Geldern hat sich inzwischen verbessert. Noch sind Bitcoins zwar längst kein gängiges Zahlungsmittel bei der weitaus größten Mehrzahl aller Einzelhändler.

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