Montag, 19. August 2019

Krypto-Währung überspringt 8000-Dollar-Marke Schon wieder Bitcoin-Hype - und schon wieder Zweifel

Bitcoins: Wie nachhaltig ist der aktuelle Preisanstieg?

2. Teil: Die fragwürdige Rolle der Cyber-Währung Tether

Die Liste der Unternehmen, die das Cybergeld an der Kasse akzeptieren, wird aber länger. Zuletzt kam beispielsweise die US-Lebensmittelkette Whole Foods, die zu Amazon Börsen-Chart zeigen gehört, dazu. Medienberichten zufolge können Kunden zumindest in den USA zudem bereits bei der Kaufhauskette Nordstrom, in den Cafés von Starbucks, den Baumärkten von Home Depot sowie beim Möbelhändler Crate and Barrel mit Krypto-Geldern bezahlen.

Weitere Gerüchte, wonach auch der Online-Handels- und Auktionsreise Ebay Börsen-Chart zeigen sowie der US-Broker TD Ameritrade an einer Einführung von Krypto-Währungen auf ihren Plattformen arbeiten, haben sich einem Bericht von Bloomberg zufolge zwar inzwischen zerschlagen. Dafür dürften aber die jüngsten Nachrichten aus dem Hause Facebook Börsen-Chart zeigen dem Markt ebenfalls Auftrieb gegeben haben: Wie das "Wall Street Journal" Anfang Mai berichtete, arbeitet das weltgrößte soziale Netzwerk an einem eigenen Bezahlsystem, das auf einer eigens dafür kreierten Krypto-Währung basieren soll.

Gelingt das Vorhaben, das Facebook-intern den Namen "Project Libra" tragen soll, so wäre es laut "WSJ" die größte Mainstream-Applikation für Krypto-Währungen bisher. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung loggen sich immerhin mindestens einmal im Monat bei Facebook ein, so die Zeitung - sie alle könnten künftig mit dem neuen Cybergeld womöglich Produkte oder Dienstleistungen kaufen und bezahlen.

Dem Bericht zufolge plant die Firma von Gründer und CEO Mark Zuckerberg zu dem Zweck Investments im Volumen von etwa einer Milliarde Dollar, wobei bereits mit Finanzkonzernen wie Visa Börsen-Chart zeigen, Mastercard sowie dem Zahlungsabwickler First Data gesprochen werde. Ebenso befinde sich Facebook im Gespräch mit E-Commerce-Firmen und Apps, die die künftige Cyber-Währung des Unternehmens akzeptieren sollen.

Wie stabil ist der Tether?

Mögliche Gründe für ein wiedererwachtes Vertrauen von Investoren in den Bitcoin und seine Konkurrenz finden sich also einige. Ob die aktuellen Preisanstiege allein dadurch zu erklären sind, erscheint jedoch zweifelhaft. Eine wichtige Rolle dürften vielmehr auch Finanzströme spielen, die innerhalb des Krypto-Marktes stattfinden - und die geben einigen Anlass, an der Solidität des aktuellen Preisaufschwungs zu zweifeln.

Die Rede ist von einer weiteren Krypto-Währung namens Tether, die zuletzt zunehmend ins Zwielicht geraten ist. Angeblich handelt es sich bei Tether um einen sogenannten Stable Coin: Der Wert dieses Cyber-Geldes soll weniger schwankungsanfällig sein als jener der Konkurrenz, weil jeder Tether-Coin eins zu eins durch einen Dollar gedeckt sei, so die Anbieter. Wasserdicht belegen konnten sie das jedoch bislang nicht.

Zuletzt kamen zusätzliche Zweifel an der Seriosität von Tether auf: Die Staatsanwaltschaft von New York ermittelt gegen die Macher des Cyber-Geldes wegen dubioser Geldströme in Höhe von bis zu 850 Millionen Dollar. Mit den Geldern sollen Löcher an der Krypto-Plattform Bitfinex gestopft worden sein, hinter der die gleichen Verantwortlichen stehen, wie hinter Tether.

Zwar weisen die Beschuldigten die Vorwürfe zurück. Die Akteure am Krypto-Markt reagierten dennoch verunsichert, wie Fachmedien beobachtet haben.

Doch was hat das alles mit dem allgemeinen Krypto-Hype zu tun? Berichten zufolge wird Tether von vielen Handelsbörsen als Dollar-Ersatz genutzt. Kritiker erkennen darin einen Weg, die Krypto-Kurse künstlich aufzupumpen. Beim Bitcoin etwa, der wichtigsten und meistbeachteten Krypto-Währung, entfallen lediglich rund 6 Prozent des Handels auf Geschäfte, die in US-Dollar getätigt werden, wie auch die Info-Plattform Heise-Online berichtet. Der japanische Yen sowie der Euro kommen beim Bitcoin jeweils auf nicht einmal 1 Prozent. Ganze 36 Prozent der Bitcoin-Geschäfte dagegen werden in Tether bezahlt, so Heise-Online.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Das kann vermutlich zweierlei bedeuten. Zum einen handelt es sich womöglich bei mindestens einem Drittel der Bitcoin-Käufer im aktuellen Markt nicht um schlecht informierte Privatanleger, sondern um Akteure, die sich einigermaßen mit dem Krypto-Thema auskennen dürften. Und zum anderen wird der aktuelle Anstieg des Bitcoin-Kurses offenbar zum Großteil durch eine Währung getragen, deren Validität selbst eher zweifelhaft erscheint. Letzteres dürfte kaum für einen soliden, verlässlichen Preisaufschwung sprechen.

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