Krypto-Währung verliert 13 Prozent Hackerangriff und Verdacht auf Betrug - Bitcoin bricht ein

Dunkler Hintergrund: Bei Bitcoin und Co kommt es immer wieder zu Hackerangriffen und anderen Skandalen.

Dunkler Hintergrund: Bei Bitcoin und Co kommt es immer wieder zu Hackerangriffen und anderen Skandalen.

Foto: Benoit Tessier/ REUTERS
Fotostrecke

Microsoft-Gründer in Reddit-Fragerunde: Kryptowährungen "haben Todesfälle verursacht", sagt Bill Gates

Foto: Gian Ehrenzeller/ dpa

Am Markt für Krypto-Währungen geht es weiter turbulent zu - und immer wieder sind es kriminelle Machenschaften sowie - im Gegenzug - Eingriffe der Aufsichtsbehörden, die für heftige Bewegung der Kurse sorgen. Allzu oft geht es dabei abwärts mit Bitcoin und Co.

So auch am vergangenen Wochenende. Durch die Bank gerieten die Preise wichtiger Krypto-Währungen erheblich unter Druck. Der Bitcoin etwa, das mit einer Marktkapitalisierung von gegenwärtig rund 116 Milliarden Dollar bedeutendste Digitalgeld, sackte um bis zu 13 Prozent ab. Ein Bitcoin kostet inzwischen wieder deutlich weniger als 7000 Dollar - so wenig wie seit zwei Monaten nicht.

Zum Vergleich: Ende 2017 hatte ein Bitcoin nach raketenhaftem Preisanstieg noch ein Allzeithoch bei mehr als 19.500 Dollar erreicht. Dann kam der Absturz, der bislang nicht beendet zu sein scheint.

Weiteren Krypto-Währungen wie Ethereum oder Ripple erging es am Wochenende kaum besser als dem Bitcoin. Als Grund für den neuerlichen Markteinbruch gelten zwei Ereignisse. Zum einen gab es erneut einen beachtlichen Hackerangriff auf eine der zahlreichen Krypto-Börsen in Asien. Zum anderen untersuchen US-Aufseher den Handel mit Bitcoin-Futures der Börse CME. Der Verdacht: Marktmanipulation.

Hackerangriff in Südkorea

Die Hackerattacke musste am Wochenende die südkoreanische Krypto-Börse Coinrail einräumen. Der Börse zufolge haben Kriminelle am Sonntag rund 30 Prozent der gehandelten digitalen Münzen gestohlen. Ein Volumen nannte der Plattformbetreiber zwar nicht, in Medienberichten wurde der Wert der verlorenen Coins jedoch auf 40 Milliarden Won beziffert. Das wären umgerechnet etwa 31 Millionen Euro.

Südkorea ist eine Hochburg im bislang weitgehend unregulierten Krypto-Währungshandel. Dort sitzt unter anderem Bithumb, eine der meist genutzten Plattformen für Cyberdevisen.


Das manager magazin und Mynd  erklären: So funktionieren Krypto-Währungen

Mynd


Die nun gehackte Börse Coinrail ist ein kleiner Anbieter und ist nach Angaben aus Branchenkreisen kein Mitglied der Gruppe von 14 südkoreanischen Handelsplattformen, die sich der Selbstregulierung verpflichtet haben. Dadurch werde erneut deutlich, wie anfällig kleine Börsenbetreiber mit niedrigeren Sicherheitsstandards für Hackerangriffe sind, sagte Kim Jin-Hwa, ein Vertreter der Korea Blockchain Industry Association. Im Januar hatten Hacker bei einem Angriff auf die japanische Cyber-Börse Coincheck bereits Assets der Kryptowährung Nem im Volumen von 534 Millionen Dollar erbeutet.

Preismanipulation beim US-Future-Handel?

Fotostrecke

Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

Foto: picture alliance / Christian Beu

Für den aktuellen Kursrutsch am Krypto-Markt mindestens ebenso ausschlaggebend dürfte indes das Vorgehen der US-Finanzaufsicht CFTC im Zusammenhang mit dem Handel von Bitcoin Futures an der US-Börse CME sein.

Hintergrund: Die CME sowie die ebenfalls in den USA ansässige Börse CBOE hatten Ende 2017 den Handel mit Bitcoin-Futures gestartet. Über diese Finanz-Derivate wird es auch institutionellen Akteuren des Finanzmarktes möglich, auf die Entwicklung des Bitcoin-Preises zu wetten. Diese potenzielle Erweiterung des Marktes sorgte im vergangenen Jahr für einen zusätzlichen Preisschub auf dem Weg zum Allzeithoch im Dezember.

Umso verheerender erscheint die Meldung vom vergangenen Wochenende: Wie es scheint, geht beim Futures-Handel an der CME möglicherweise nicht alles mit rechten Dingen zu. Wie das "Wall Street Journal " berichtet, gibt es zwischen der CME sowie den Bitcoin-Börsen Bitstamp, Coinbase, itBit sowie Kraken bereits seit Monaten einen Konflikt. Die vier Börsen sind für die Preisfindung der Bitcoin-Futures der CME verantwortlich, so das "WSJ" - doch sie weigern sich, umfangreiche Einsicht in ihre Handelsdaten zu gewähren.

Die CME habe bereits vor Monaten erstmals um Einblick in die entsprechenden Daten gebeten, so die Zeitung. Doch die Börsen hätten dieses Ansinnen als "aufdringlich" zurückgewiesen. Zuletzt seien zwar Daten zur Verfügung gestellt worden, aber erst, nachdem die CME ihre Anfrage zurechtgestutzt habe.

Nun hat dieser Zwist also die US-Finanzbehörde CFTC auf den Plan gerufen. Die Commodity Futures Trading Commission, die den Handel mit Futures und Optionen in den USA reguliert, hat die genannten vier Krypto-Börsen aufgefordert, ihre Handelsdaten offenzulegen, so das "WSJ". Die Behörde gehe dabei dem Verdacht der Preismanipulation beim Handel mit CME-Bitcoin-Futures nach und arbeite in dem Zusammenhang auch mit dem US-Justizministerium zusammen, schreibt die Zeitung.

Erst vergangene Woche hatte manager magazin online berichtet, wie hartnäckig die Finanzindustrie an ihren Plänen festhält, den Bitcoin und womöglich auch andere Krypto-Währungen über börsengehandelte Fonds (ETFs) auch breiteren Anlegerkreisen zugänglich zu machen. Bislang sperrt sich die US-Finanzaufsicht vor solchen Plänen. Die Behörde weigerte sich bisher, derartige Finanzprodukte zuzulassen und hat die Anforderungen daran sehr hochgeschraubt.

Die Nachrichten vom vergangenen Wochenende scheinen nun einmal mehr zu belegen, wie richtig die amerikanische Finanzaufsicht mit ihren Bedenken in Sachen Bitcoin und Co liegt.

Mit Material von dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.