Samstag, 24. August 2019

Krypto-Währung verliert 13 Prozent Hackerangriff und Verdacht auf Betrug - Bitcoin bricht ein

Dunkler Hintergrund: Bei Bitcoin und Co kommt es immer wieder zu Hackerangriffen und anderen Skandalen.

2. Teil: Preismanipulation beim US-Future-Handel?

Für den aktuellen Kursrutsch am Krypto-Markt mindestens ebenso ausschlaggebend dürfte indes das Vorgehen der US-Finanzaufsicht CFTC im Zusammenhang mit dem Handel von Bitcoin Futures an der US-Börse CME sein.

Hintergrund: Die CME sowie die ebenfalls in den USA ansässige Börse CBOE hatten Ende 2017 den Handel mit Bitcoin-Futures gestartet. Über diese Finanz-Derivate wird es auch institutionellen Akteuren des Finanzmarktes möglich, auf die Entwicklung des Bitcoin-Preises zu wetten. Diese potenzielle Erweiterung des Marktes sorgte im vergangenen Jahr für einen zusätzlichen Preisschub auf dem Weg zum Allzeithoch im Dezember.

Umso verheerender erscheint die Meldung vom vergangenen Wochenende: Wie es scheint, geht beim Futures-Handel an der CME möglicherweise nicht alles mit rechten Dingen zu. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, gibt es zwischen der CME sowie den Bitcoin-Börsen Bitstamp, Coinbase, itBit sowie Kraken bereits seit Monaten einen Konflikt. Die vier Börsen sind für die Preisfindung der Bitcoin-Futures der CME verantwortlich, so das "WSJ" - doch sie weigern sich, umfangreiche Einsicht in ihre Handelsdaten zu gewähren.

Die CME habe bereits vor Monaten erstmals um Einblick in die entsprechenden Daten gebeten, so die Zeitung. Doch die Börsen hätten dieses Ansinnen als "aufdringlich" zurückgewiesen. Zuletzt seien zwar Daten zur Verfügung gestellt worden, aber erst, nachdem die CME ihre Anfrage zurechtgestutzt habe.

Nun hat dieser Zwist also die US-Finanzbehörde CFTC auf den Plan gerufen. Die Commodity Futures Trading Commission, die den Handel mit Futures und Optionen in den USA reguliert, hat die genannten vier Krypto-Börsen aufgefordert, ihre Handelsdaten offenzulegen, so das "WSJ". Die Behörde gehe dabei dem Verdacht der Preismanipulation beim Handel mit CME-Bitcoin-Futures nach und arbeite in dem Zusammenhang auch mit dem US-Justizministerium zusammen, schreibt die Zeitung.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Erst vergangene Woche hatte manager magazin online berichtet, wie hartnäckig die Finanzindustrie an ihren Plänen festhält, den Bitcoin und womöglich auch andere Krypto-Währungen über börsengehandelte Fonds (ETFs) auch breiteren Anlegerkreisen zugänglich zu machen. Bislang sperrt sich die US-Finanzaufsicht vor solchen Plänen. Die Behörde weigerte sich bisher, derartige Finanzprodukte zuzulassen und hat die Anforderungen daran sehr hochgeschraubt.

Die Nachrichten vom vergangenen Wochenende scheinen nun einmal mehr zu belegen, wie richtig die amerikanische Finanzaufsicht mit ihren Bedenken in Sachen Bitcoin und Co liegt.

Mit Material von dpa-afx

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