Freitag, 18. Oktober 2019

Kryptowährung "Libra" Facebooks neue Währung - Visa, Paypal und Uber wohl dabei

Facebook könnte schon in Kürze eine neue Kryptowährung vorstellen

Facebook will seine neue Kryptowährung mit dem Namen Libra in nächsten Jahr auf den Markt bringen. Investoren soll es auch schon geben. Zu Unterstützern zählen angeblich Uber, Visa, Mastercard und Paypal. Nicht bestätigten Plänen zufolge könnte Libra als universelles Zahlungsmittel im Internet einsatzbar sein.

Facebook hat sich für seine geplante neue Kryptowährung laut einem Pressebericht mehr als ein Dutzend teils bekannter Investoren ins Boot geholt. Zu den Unterstützern gehören demnach unter anderem die beiden Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard , der Zahlungsdienstleister Paypal sowie der Fahrdienstvermittler Uber , wie das "Wall Street Journal" (€) am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet.

Die neue Währung namens "Libra" solle in der kommenden Woche vorgestellt werden, den Start plant Facebook für das nächste Jahr. Eine Unternehmenssprecherin wollte den Bericht laut Zeitung nicht kommentieren.

Die Investoren aus der Finanz-, E-Commerce-, Telekommunikations- und Investmentszene würden mit jeweils rund 10 Millionen US-Dollar (rund 8,9 Millionen Euro) in die neue Währung einsteigen, hieß es weiter. Das Geld solle zunächst in die Entwicklung fließen. Laut den Insidern soll Libra an einen Korb aus staatlichen Währungen gebunden sein. Damit wolle Facebook jene teils abnormen Kursschwankungen vermeiden, die es immer wieder bei anderen Kryptowährungen wie dem Bitcoin gibt.

Libra soll an Korb staatlicher Währungen gebunden sein

Wie die Zeitung bereits zuvor berichtet hatte, soll Facebook seit mehr als einem Jahr an dem Projekt arbeiten. Der Konzern wolle dafür insgesamt rund eine Milliarde Dollar aufbringen. Einige Gespräche seien derzeit noch am Laufen, zitierte das "WSJ" nun die Insider. Denen zufolge könne sich die finale Zusammenstellung der Partner auch noch ändern.


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Facebook-Nutzer sollen Libra künftig nicht nur untereinander tauschen und für Käufe über das soziale Netzwerk nutzen, sondern auch bei Transaktionen im Internet einsetzen können. Wie genau die Währung funktionieren soll, sei bislang aber noch nicht ganz klar - selbst manchen der Investoren nicht.

Einige von ihnen hätten demnach Bedenken geäußert, dass Libra wie viele andere Cyber-Währungen für Geldwäsche oder zur Terrorfinanzierung missbraucht werden könnte. Negativschlagzeilen oder gar Ermittlungen in diese Richtung kann Facebook definitiv nicht gebrauchen, zumal schon wegen Datenmissbrauchs gegen den Konzern ermittelt wird. Klar sei jedoch, dass weder Facebook noch die einzelnen Partner die Währung direkt kontrollieren werden.

Zugleich aber scheint die Versuchung, mit einer neuen Kryptowährung Geld zu verdienen zu groß zu sein, als dass Facebook dieses Feld unbeackert ließe. Analysten von Barclays zum Beispiel schätzen das mögliche Umsatzplus für Facebook durch eine eigene Cyber-Währung auf bis zu 19 Milliarden Dollar, wie das "Handelsblatt" schreibt.

rei/Reuters

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