Donnerstag, 22. August 2019

Stirnrunzeln beim reichsten Mann der Welt Was Bill Gates an den Panama Papers merkwürdig findet

Skeptischer Blick: Milliardär Gates fragt sich, wo die amerikanischen Steuerhinterzieher ihr Geld verstecken

Bill Gates wundert sich. Auch der Microsoft-Gründer, seines Zeichens mit um und bei 80 Milliarden Dollar reichster Mann der Welt, hat in den vergangenen Wochen die Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers verfolgt. Und dabei fiel ihm auf: Seine Landsleute halten sich im angeprangerten Geschäft mit Briefkastenfirmen allem Anschein nach ziemlich zurück.

"Ich war überrascht, dass so wenige Amerikaner dabei waren", sagte Gates dem US-Sender CNBC in einem Interview. "Jeder, der seine Steuererklärung macht, muss auch Überseekonten und -anlagen angeben. Das heißt aber nicht, dass das auch jeder absolut korrekt tut."

Klingt, als wisse Gates mehr als die meisten anderen. Unklar ist indes, ob er bei seinen Worten die eigenen Gewohnheiten bei der Abgabe der Steuererklärung im Kopf hatte.

Tatsächlich war Beobachtern schon zuvor aufgefallen, dass unter den zahlreichen Prominenten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aus aller Welt, die durch die "Panama Papers" kompromittiert wurden, so wenige Amerikaner zu finden waren.

Der russische Präsident Wladimir Putin geriet in den Fokus, weil Vertraute von ihm unseriöse Geschäfte gemacht haben sollen. Ebenso Großbritanniens Premierminister David Cameron sowie Syriens Machthaber Bashar al-Assad. In Island stolperte der Regierungschef über die Affäre und musste zurücktreten. Dazu kursieren die Namen von Politikern, Wirtschaftsführern, Oligarchen und anderen aus aller Welt.

Mehr als 200.000 Briefkastenfirmen von Personen aus mehr als 200 Ländern wurden durch die "Panama Papers" enthüllt. Aber prominente Verdächtige in den USA? Still ruht der See.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung