Mittwoch, 27. Mai 2020

Als Krisen-Profiteur kritisiert Hedgefonds-Star verteidigt Milliardengewinn in Corona-Krise

Machte aus 27 Millionen Dollar 2,6 Milliarden Dollar: Hedgefonds-Manager Bill Ackman, Chef von Pershing Capital.
REUTERS/Brendan McDermid
Machte aus 27 Millionen Dollar 2,6 Milliarden Dollar: Hedgefonds-Manager Bill Ackman, Chef von Pershing Capital.

Bill Ackman liebte einmal den öffentlichen Auftritt, doch das ist lange her - die Art von Öffentlichkeit, die der Hedgefonds-Manager gegenwärtig erfährt, ist ihm offenbar eher unangenehm.

So unangenehm, dass sich Ackman, Gründer und Chef der Investmentfirma Pershing Square Capital, am vergangenen Wochenende zu einem für seine Branche ungewöhnlichen Schritt genötigt sah: Er begab sich auf den Kurznachrichtendienst Twitter Börsen-Chart zeigen, um dort eine wortreiche Rechtfertigung zu einem Deal zu veröffentlichen, der ihm mitten im großen Coronavirus-Börsencrash einen Gewinn von rund 2,6 Milliarden Dollar eingebracht hat.

Die Transaktion, um die es dabei geht, war bereits vergangene Woche publik geworden: Vor etwa einem Monat, als die Corona-Krise begann, ihre Schockwellen über Asien hinaus in die Welt zu senden, nahm Ackman 27 Millionen Dollar in die Hand, um damit Kreditversicherungen, so genannte CDS (Credit Default Swaps), zu erwerben. Dabei handelte es sich in Ackmans Fall um Papiere, die sich an der Entwicklung weltweiter Anleihenindizes orientieren, und deren Wert steigt, sobald die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen bei Unternehmen zunimmt.

Da dies gewöhnlich passiert, wenn es mit der Wirtschaft und den Börsen abwärts geht, glaubte der Hedgefonds-Manager auf diese Weise eine Absicherung gegen einen möglichen Abschwung am Aktienmarkt gefunden zu haben, den er wegen der Corona-Ausbreitung bereits heraufziehen sah.

Es kam exakt wie von Ackman erahnt: Die Weltbörsen erlebten im März einen Einbruch historischen Ausmaßes. Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen etwa, der US-Blue-Chip-Index Dow Jones Börsen-Chart zeigen und viele andere Kursbarometer verloren in der Spitze 30 bis 40 Prozent an Wert. Für den Hedgefonds-Lenker allerdings fiel der Schaden nicht so schmerzhaft aus - im Gegenteil: Seine Wette ging auf, aus 27 Millionen Dollar Einsatz machte Ackman binnen weniger Wochen 2,6 Milliarden Dollar Gewinn.

Das bringt ihm nun Kritik ein. Seit die Zahlen vergangene Woche öffentlich wurden, schlägt Ackman der Vorwurf entgegen, er und seine Investoren hätten Profit aus der Corona-Krise geschlagen, schreibt der Hedgefonds-Manager auf Twitter. Ein Auftritt Ackmans beim US-Sender CNBC Mitte März war in dem Zusammenhang offenbar ebenfalls nicht hilfreich: Ackman hatte seinerzeit vor der Corona-Bedrohung für die US-Wirtschaft gewarnt und entschiedene Maßnahmen von Seiten der US-Regierung gefordert. Dabei sprach sich der Investor unter anderem für einen strikten Lockdown der gesamten USA für 30 Tage aus.

Noch während des Interviews verschärfte sich der Abwärtsdruck auf den US-Aktienmarkt, was bei Beobachtern laut "Wall Street Journal" die "Augenbrauen hochgehen ließ". Offenbar kam der Verdacht auf, Ackman wolle den Aktienmarkt schwach reden, um mit Investments davon zu profitieren.

Auf Twitter stellt sich Ackman nun der Kritik "in ein paar Tweets", wie er schreibt - tatsächlich reiht er beachtliche 25 Kurzbotschaften zu dem Thema aneinander. Darin stellt Ackman klar, dass er die 27 Millionen Dollar nicht etwa für seinen bereits vor längerem geschlossenen Hedgefonds investiert habe, sondern für die öffentliche, an der Börse notierte Investmentgesellschaft Pershing Capital Holding Börsen-Chart zeigen. Es gehe also um die Investments Tausender Anleger, große und kleine. Immerhin könne eine Pershing-Aktie bereits für weniger als 20 Dollar erworben werden, so Ackman.

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