Mittwoch, 23. Oktober 2019

Strafe von 150 Jahren soll verkürzt werden Megabetrüger Madoff bittet Trump um Haftentlassung

Hofft auf Freiheit: Bernard Madoff (vorne)
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Hofft auf Freiheit: Bernard Madoff (vorne)

Er gilt als Jahrhundertbetrüger, brachte seine Kunden/Opfer um insgesamt bis zu 20 Milliarden Dollar und wurde dafür zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt - doch jetzt bittet Bernard "Bernie" Madoff (81) US-Präsident Donald Trump um eine Verkürzung seiner Haftzeit. Bei dem Ansinnen, dass Madoff US-Medien zufolge an das US-amerikanische Justizministerium richtete, gehe es nicht um Gnade, heißt es. Vielmehr wolle der Finanzjongleur, der das größte Schneeballsystem der Geschichte betrieb, offenbar einfach nur sein Leben in Freiheit beenden.

Dass es dazu kommen wird, erscheint Experten jedoch unwahrscheinlich. Die Chancen seien gleich Null, dass die US-Regierung der Bitte nachkomme, urteilt beispielsweise Rachel Barkow, eine Jura-Professorin aus New York, gegenüber dem Finanznachrichtendienst Bloomberg.

Ein weniger sympathischer Straftäter sei kaum vorstellbar, meint zudem Jurist Matthew Schwartz, der an der Verurteilung Madoffs beteiligt war. Zehntausende Madoff-Opfer litten bis heute unter dem Megabetrug, so Schwartz. Der US-Präsident könne zweifellos einen besseren Aspiranten für sein Wohlwollen finden. Ähnlich sieht es laut Blomberg der frühere Staatsanwalt Randall Jackson: "Das ist unglaublich, ich bin sprachlos."

Christoph Rottwilm auf Twitter

Madoff hatte über Jahrzehnte ein riesiges Investmentsystem aufgebaut, mit Tausenden zum Teil prominenten Anlegern aus aller Welt. 2008, als die Finanzkrise dazu führte, dass immer mehr seiner Kunden Gelder zurückforderten, flog der Schwindel auf: Es handelte sich um ein Betrugssystem, bei dem Auszahlungen vor allem durch Einzahlungen neuer Kunden geleistet wurde, im Jargon auch als "Ponzi-Schema" oder "Schneeballsystem" bezeichnet.

Schon wenige Monate, nachdem der Betrüger im gleichen Jahr verhaftet worden war, bekannte er sich vor Gericht schuldig. Gegenwärtig sitzt er seine Strafe Medien zufolge in einer Haftanstalt in North Carolina ab.

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