Bankensektor Zahlen von Citigroup und Wells Fargo stützen deutsche Banken

JPMorgan: Die US-Großbank hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Am Freitag folgen Wells Fargo und die Citigroup mit ihren Zahlen

JPMorgan: Die US-Großbank hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Am Freitag folgen Wells Fargo und die Citigroup mit ihren Zahlen

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

Die europäischen Bankaktien haben sich am Freitag in einem schwächelnden Börsenumfeld überdurchschnittlich gut gehalten. Als Kursstütze nannten Beobachter Nachwirkungen der guten Quartalszahlen, die US-Konkurrent JPMorgan am Donnerstag vorgelegt hatte.

Auch die US-Großbanken Wells Fargo  und Citgroup meldeten am Freitag rückläufige Gewinne: Da die beiden Bankhäuser aber im abgelaufenen Quartal immer noch mehr verdient haben als befürchtet, zogen die Aktienkurse der beiden US-Banken an.

Bei Citi sank der Überschuss um 14 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar, wie das Institut am Freitag mitteilte. Bankchef Michael Corbat war zuletzt aber noch von einem Viertel ausgegangen.

Bei der im Hypothekengeschäft starken Wells Fargo  ging der Nettogewinn um 3,5 Prozent auf 5,17 Milliarden Dollar zurück. Das Institut musste für potenzielle Kreditausfälle mehr Geld zurücklegen.

Am Donnerstag habe JPMorgan "mit guten Quartalszahlen den ganzen Bankensektor überstrahlt", ergänzte Andreas Lipkow vom Berliner Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Im Laufe des Freitags stehen mit der Citigroup und Wells Fargo  die Resultate zweiter weiterer US-Großbanken auf der Agenda

Die Probleme der italienischen Finanzinstitute, die laut jüngsten Meldungen nicht auf staatliche Unterstützung hoffen können, ließen die Anleger offenbar kalt.

Die europäischen Branchentitel haben angesichts des bisher enttäuschenden Jahresverlaufs erhebliches Aufholpotenzial gegenüber dem Gesamtmarkt. Das gilt vor allem für die deutschen Vertreter Deutsche Bank  und Commerzbank  , die noch vor wenigen Tagen auf Rekordtiefs abgesackt waren. Für 2016 stehen bisher Kursrückgänge von 42 beziehungsweise 37 Prozent zu Buche. Damit belegen die Aktien abgeschlagen die beiden letzten Plätze im deutschen Leitindex, der im selben Zeitraum knapp 7 Prozent verloren hat.

Deutsche-Bank-Zahlen Ende Juli

Am späten Freitagvormittag legten die Aktien der Deutschen Bank knapp ein Prozent zu, womit sie einen der vorderen Plätze im schwächeren Dax eroberten. Sie profitierten einem Händler zufolge auch von einem Börsenbrief, dem zufolge das zweite Quartal besser als allgemein erwartet verlaufen sein dürfte. Das Institut legt am 27. Juli Rechenschaft über seine Geschäftsentwicklung ab.

Bei der Commerzbank  reichte das Plus von 0,3 Prozent auf 6 Euro zumindest für einen Platz im oberen Dax-Drittel. Im marktbreiten europäischen Index Stoxx Europe 600 gewann der Subindex der Banken 0,20 Prozent.

Risikobereitschaft etwas gestiegen

"Banken sind allgemein sehr eng mit der Risikofreudigkeit von Händlern und Anlegern verbunden", sagte Händler Markus Huber von City of London Markets. Da nun der erste Schock über das britische Votum für einen EU-Ausstieg überstanden zu sein scheine, "steigt auch diese Risikofreudigkeit wieder". Die Bankentitel hätten am meisten unter dem Brexit-Entscheid gelitten und seien damit nun auch besonders attraktiv.

Der Experte erinnerte auch daran, dass inzwischen die neue Regierung in London stehe und bereits Maßnahmen von der britischen Notenbank und vom Finanzministerium angekündigt worden seien. Daher könnte die Wirtschaft "weniger in Mitleidenschaft gezogen werden als ursprünglich angenommen". Dies sollte sich auch positiv auf Europa auswirken.

la/dpa
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