Freitag, 23. August 2019

Aufhebungsverträge für Manager So gewinnen Sie im Abfindungspoker

 Ruhe, Nervenkraft, Chuzpe: Was beim Pokern mitunter zum Erfolg führt, kann auch bei Abfindungsverhandlungen von Nutzen sein.
imago/Panthermedia
Ruhe, Nervenkraft, Chuzpe: Was beim Pokern mitunter zum Erfolg führt, kann auch bei Abfindungsverhandlungen von Nutzen sein.

3. Teil: Pokern Sie hart

In dieser Situation benötigt ein Manager vielmehr einen klaren Verstand und gute Nerven. Lassen Sie sich daher nicht vorschnell einschüchtern, demütigen oder auf Projekttätigkeiten abschieben. Auch von reißerischen Angeboten der Unternehmensseite, sollten Sie sich nicht blenden lassen. Meist sind diese nur auf den ersten Blick verlockend und haben ihre Tücken.

Mit zähen Kündigungsprozessen wird außerdem oft versucht, den Manager mürbe zu machen und zur Kapitulation zu bewegen. Das bringt einen schnell nicht nur um vertragliche Ansprüche, sondern schlicht auch um Lebenszeit.

Mein Rat: Pokern Sie hart und machen Sie sich Ihren meist hervorragenden kündigungsrechtlichen Status klar. Seien Sie mutig und vertreten Sie Ihre Interessen offensiv. Durch ein offensives Auftreten können Sie jedem Angriff frühzeitig ihre rechtlichen Ansprüche und Interessen entgegenhalten. Suchen Sie sich einen Rechtsbeistand, der ausschließlich ihre Interessen als Manager vertritt.

Lassen Sie sich nicht von der öffentlichen Meinung aus der Ruhe bringen. Auch wenn der Druck enorm ist: Wenn das Gesamtpaket nicht stimmt oder eine adäquate Anschlussposition nicht in Sicht ist, sollten Sie sich nicht auf eine unbefriedigende Abfindung einlassen. Bestehen Sie in diesem Fall auf Ihrer weiteren vertragsgemäßen Beschäftigung. Auch wenn das Unternehmen Sie nicht weiter beschäftigen will, muss es Sie im Zweifel dennoch weiterbezahlen. Die Chancen dafür stehen gut.

Christoph Abeln ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der MeinungsMachervon manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wider.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung