Montag, 19. August 2019

Aufhebungsverträge für Manager So gewinnen Sie im Abfindungspoker

 Ruhe, Nervenkraft, Chuzpe: Was beim Pokern mitunter zum Erfolg führt, kann auch bei Abfindungsverhandlungen von Nutzen sein.
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Ruhe, Nervenkraft, Chuzpe: Was beim Pokern mitunter zum Erfolg führt, kann auch bei Abfindungsverhandlungen von Nutzen sein.

2. Teil: Erwarten Sie keine Dankbarkeit

Die Gehälter deutscher Manager sind keinesfalls zu hoch. Das kann man schon im internationalen Vergleich von Führungskräften und insbesondere Bankern sehen. Die Personalkosten in Großbritannien oder den USA liegen mitunter um ein Vielfaches über den Bezügen vergleichbarer deutscher Topmanager. Unsere Unternehmen bewegen sich im Vergleich zu anderen Industrieländern eher im Mittelfeld.

Unangebracht finde ich, dass dabei selbst gut verdienende Dax-Unternehmen bei Abfindungsverhandlungen oft agieren, als würden sie kurz vor der Insolvenz stehen. So werden bei der Kalkulation von Abfindungen häufig nur die Fixbezüge zugrunde gelegt. Darüber hinaus gehende Beträge, wie etwa die zur betrieblichen Altersvorsorge, werden bewusst außen vor gelassen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern widerspricht auch den gesetzlichen Vorgaben.

Kritisch zu bewerten ist auch, dass Manager heutzutage mehr denn je ausgegrenzt, ja geradezu gedemütigt werden. Etwa indem man ihnen vertragsgemäße Tätigkeiten verweigert oder sie auf sogenannte Projekttätigkeiten versetzt. Tragisch daran ist, dass viele Führungskräfte in einer schwierigen Situation wie dieser häufig etwas naiv reagieren. Sie vertrauen auf ein verträgliches Ende, also eine Weiterbeschäftigung - meist vergebens. Sie geben sich der Illusion hin, weiterhin mit ihren bisherigen Verdiensten glänzen zu können und so dem Rauswurf doch noch zu entgehen. Für das Unternehmen ist ein solcher Manager dagegen schnell nur noch der unwillkommene Kostenfaktor. Verabschieden Sie sich davon, dass Ihre eigene, meist über Jahre hart erarbeitete Lebensleistung denkmalhaft gewürdigt wird. Was zu Ende ist, ist zu Ende.

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